Ok, kurz zu mir: Ich bin alt genug, um mich noch an die Zeit meiner Kindheit zu erinnern, in der es im Fernsehen nur drei Sender gab und wir zum Umschalten aufstehen mussten. Twix hieß Raider und Snickers war in rotem Papier verpackt. Sonntags lief Bonanza und am Freitag, nach der Badewanne, gab es „Väter der Klamotte“. Soviel zu meiner Sozialisation. Gutes Stichwort. Dem Sozialen bin ich auch beruflich treu, habe Sozialwesen studiert, als Dipl. Soz.Päd. gearbeitet, geriet dann in „die Fänge“ des Marketings, studierte Business Administration und machte einen MBA. Seit über 25 Jahren kenne ich die Wirkungsgefüge des Dialogmarketing aus eigener Praxis, mehr als die Hälfte der Jahre in Verbindung mit Gesundheit, Pflege und Medizinprodukten sowie ihren Anwenderinnen und Anwendern.

Heute arbeite ich als Professor an einer privaten Hochschule, lehre und forsche in den Bereichen Sozialmanagement und Berufspädagogik. Meine Doktorarbeit schrieb ich über die Frage, was kaufmännisch tätige Menschen beeinflusst, wenn sie Kunden und Kundinnen ganz individuell einen Text schreiben (müssen). Mein Blick als Sozialwissenschaftler gilt den Handelnden in Arbeitswelten, ihren subjektiven Interpretationen und Bewältigungsstrategien. Als Forscher bin ich Teil meiner Forschung und überzeugt von den theoretischen Konzepten einer sich reflexiv betrachtenden Grounded Theory Methodologie. So viel dazu.

Neben der Lehre bin ich beratend in Dialogmarketing, Organisationsentwicklung und Weiterbildung tätig.


Meine Seite entstand im Zuge der Ereignisse des Jahres 2020 – ich rede von Corona. Nach vielen vielen Texten, die ich schrieb und veröffentlichte und dann wieder schloss, nach vielen Gedanken, Diskussionen, vielen Leserbriefen, viel Lektüre und Auseinandersetzung mit diversen Theorien rund um das Virus und möglicher Verwicklungen bin ich nun an einem Punkt angekommen, den ich als pragmatisch und hilfreich empfinde – es ist nicht meine Sache zu klären, ob und was an dieser Virusthematik mit rechten oder unrechten Dingen einhergegangen sein mag oder auch nicht. Gleichzeitig bin ich heilfroh über die aufklärerischen Aktivitäten des www.corona-ausschuss.de

Wir erleben eine der brutalsten Therapieformen überhaupt, sollen Lockdowns und Masken tragen und ertragen aus Prävention und Schutz. Der Wunsch nach Debatte, Evidenz und Transparenz ist so zwingend erforderlich wie offiziell unerfüllt.

Sich als Bürger für diese Grundbedürfnisse einer demokratischen Gesellschaft einzusetzen, macht mich weder zu einem Extremisten noch zu einem Fall für den Psychologen. Wir brauchen endlich eine offene Debatte! „Was hättest Du denn gemacht als Bundeskanzler?“ Nun, ich hätte mich in jedem Fall auch mit denen beraten, die, wie z.B. Wolfgang Wodarg, von Anbeginn empfehlen „bleiben Sie besonnen, Coronaviren sind nicht das Problem.“ Ich hätte ferner alles in meiner Macht Stehende für einen offenen Diskursraum getan, hätte das Bundeskanzleramt zu einem offenen Forum für alle gemacht und nicht zu einer Festung im „Krieg“ gegen das Virus.

Überhaupt, die „Kriegsrhetorik“ , die ganze Angstmacherei und das massive Überbetonen der Virologie: Ein gespaltenes Land mit tiefen Rissen in Familien und Freundeskreisen; Menschen, die Angst haben vor der Ansteckung oder dem sozialen, beruflichen Aus durch Ausgrenzung wegen ihres Andersdenkens, ihrer Nachfragen. Was ist hier binnen weniger Monate passiert? Ich bin schlicht erschüttert.

Das Virus bzw. die Pandemie ist laborbasiert begründet. Unter www.corodok.de lässt sich die Chronologie gut recherchiert nachlesen. Hier als PDF, inkl. der Kommentare, die die Diskussion aufzeigen, die eben nicht offiziell geführt wird.

Ja, der PCR Test wird auch von einigen Gerichten mittlerweile als unbrauchbar für den Nachweis einer Infektion angesehen und darauf basierende Quarantänemaßnahmen werden aufgehoben (siehe Azoren).

Gleichzeitig stimmt der Deutsche Bundestag dem „Dritten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung ..“ zu – einem Gesetz, das am selben Tag (18.11.2020) zugleich den Bundesrat und den Bundespräsidenten passiert. Mehr legislative Power und Entschlossenheit geht nicht. Die näheren Umstände mögen und müssen Historiker:innen klären oder Jurist:innen oder beide. Ich wundere mich nur noch, auch über die Steigerungspotentiale meiner eigenen Fassungslosigkeit.

Die Befassung mit den Ursachen und den Maßnahmen der Pandemie hat das Potential zur Paralyse, zur Schocklähmung des Entwickelns kreativer und konstruktiver Gedanken – und die brauche ich mehr als die gleichwohl unbedingt erforderliche Klärung aller Ursachen und Fehler.

„Corona“ begreife ich als Zäsur im Leben der Weltgemeinschaft, die Pandemie betrifft uns alle – ob ich nun die Wirkkraft des PCR Test berechtigt anzweifele oder den Horrorbildern aus Bergamo glaube oder nicht: Wir werden NICHT zu dem Handel und Wandel zurückkehren, den wir Anfang 2020 verlassen haben. Diese „alte“ Welt ist zerfallen – und sie war auch nur in Teilen gut (wenn überhaupt). Mir hilft, bei allem Überrumpelt-Sein, die Vorstellung, dass sich Dinge tatsächlich ändern können. Sehr schnell sogar.

Was mich nun umtreibt, ist die Frage, wie sich diese Welt neu ordnet. Es besteht durchaus berechtigte Sorge um die Art und Beschaffenheit der Einflussnahmen, denen die Gestaltung dieser neuen Weltordnung ausgesetzt ist.

Werden wir tatsächlich solidarischer? Halten wir als Menschheit zusammen in aller Vielfalt und Freiheit? Kommen wir in einer uns alle stärker einbindenden Demokratie und unter Anerkennung der Menschenrechte zusammen und gemeinsam voran?

Umweltzerstörung, Flucht, Hunger, Armut, – es sind so viele Themen, die dringend sind. Die Corona-Situation hat gezeigt, wie schnell sich verantwortlich fühlende Politikerinnen und Politiker Lösungen finden können. Dass ich diese Lösungsansätze nicht ideal und äußerst fragwürdig finde, ist hier jetzt mal Nebensache.

Fakt ist: Der Deutsche Bundestag hat an nur EINEM Tag ein weitreichendes und zudem ein einschneidendes Gesetz auf den Weg durch alle Instanzen gebracht, die ihrerseits den Weg nicht sperrten, sondern freimachten. Wer so schnell in einer Notlage agiert, indem er Gesetze im Eiltempo erlässt und Billionen ausgibt, der kann auch ganz andere Probleme lösen.

Zumindest aus ethischer Perspektive bedeutet dieser 18.11.2020 eine Zäsur. Es wird schwer für den Gesetzgeber sich zu rechtfertigen, wenn er andere dringende Probleme weniger schnell in Angriff nimmt.

Ich erkenne die Veränderung durch Corona an und setze mich ein für die daraus erwachsenden, möglich werdenden Chancen einer Welt, die Lebendigkeit, Freiheit, Achtsamkeit und Soziales viel stärker in den Blick nimmt als Profit, Profitabilität, Wirtschaftswachstum und andere Kräfte, die uns bisher burn-outs, Pflegenotstand, kaputte Natur und „dritte“ Welten brachten.

Meine Hoffnung besteht darin, dass die Veränderungen unseres Zusammenlebens, unserer Kultur, unseres Kommunizierens und Miteinander, unseres Arbeitens und Wirtschaftens nicht im Sinne einer elitären Agenda initiiert oder instrumentalisiert worden sind, an deren Ende Unterjochung steht. Verdachtsmomente dafür finden sich zuhauf:

  • Paul Schreyer stellt in seinem Buch „Corona – Chronologie einer angekündigten Krise?“ diesbezüglich interessante Fragen. Das Buch erschien 2020.
  • Ebenfalls in 2020 erschien Klaus Schwabs „Covid-19- the great reset“. Es ist die Beschreibung einer post-pandemischen Welt und des in ihr herrschenden Glücksversprechen dank totaler Digitalität und algorithmisch-prognostizierbarer Berechenbarkeit menschlichen Seins.
  • Die bereits vorhandenen Mittel und technischen Möglichkeiten sind von Nemitz und Pfeffer, ebenfalls 2020, ausführlich und klar verständlich beschrieben worden in „Prinzip Mensch“.

Wenn ich eins und eins zusammenzähle, führt die Corona-Zäsur uns auch und vor allem zu einer Frage: Wollen wir – in aller analogen Endlichkeit und Verletzlichkeit menschlichen Daseins – „selber leben“ oder uns von den Maschinenkonzepten einiger nur vorgeblich menschenfreundlicher Konzerne „leben lassen“ ??? Salopp formuliert 🙂 und doch die in meinen Augen wichtigste Frage.

Eine obligatorisch verordnete „Vergooglung“ und „Amazonisierung“ des Lebens und des Menschen würde ich entschieden ablehnen. Wir sind nicht digital und das Leben ist es auch nicht. Wer das nicht will und statt dessen lieber Mond/Marsstationen plant (Musk), global automatisierte Logistikketten baut (Bezos), den Tod als „überwindbare Krankheit“ (Page) und den digitalen Immunitätsnachweis (Gates) als höchstes Gut betrachten mag, der möge das tun – und seine Hybris bitte für sich behalten.

De-Humanisierung ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Transhumanismus ist kein Freund. Ich werde mir ganz sicher keine genmodifizierten Mittel und Nanopartikel injizieren lassen.

Es mag dem „Gottesmodus“ der Silicon Valley Imperialisten nicht schmecken: Wir sind analoge Wesen, sind soziale Wesen und können lernen, uns gegenseitig helfen. Einfach so, von Mensch zu Mensch. Vor die Wahl gestellt, ob ich zur Lösung gesellschaftlicher Probleme eher auf Technik oder Politik setzen würde, wählte ich die Politik. Wir müssen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der digitalen Technologie sorgen. Da ist viel zu viel Macht in den Händen weniger Menschen, die zudem keinerlei demokratische Legitimation vorweisen können.

Souverän ist der Mensch, nicht die Technologie. Leben lernen statt Maschinenlernen!

Wesentlich dafür ist das Überwinden der Angst. Zu viel Angst macht viele doof und passiv. Wer anderen mit der Absicht Angst einjagt, sie in diesen Zustand zu versetzen, zielt in aller Regel nur auf die eigene Macht und Herrschaft – und nicht auf das Wohl der Menschheit.

Bange machen gilt nicht! Lassen wir uns nicht einschüchtern, weder von täglichen Zahlenwerten – die allesamt mit Vorsicht und kritischem Blick zu betrachten sind – noch von Weltuntergangsstimmungen und düsteren Prognosen.

Wir sind nicht machtlos und ich verweigere mich der Idee der Ohnmacht. Es hat etwas gebraucht, um mich so wiederzufinden – die drei genannten Bildzitate auf dieser Seite sind durchaus Lotse, Mutmacher und Trost. Ich werde mich von den an Religionskriege erinnernden „Covid-19-Betrug usw…Diskussionen“ fernhalten und lieber nach vorne schauen.

Alles, was ich zu sagen hätte, sagt hier jemand, der es viel besser kann als ich. Dr. Drewermann fasziniert mich immer wieder – es ist nicht allein das freie Reden des 80 Jährigen, es ist auch das Entwickeln seiner Gedankengänge, die gelebte Bildung und das Verquicken großen Wissens mit dem Leben heute: Wahrlich, ein großer Gelehrter. Danke für diese Stunde Humanismus.

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