Bankrotterklärung

Als ich heute morgen die Bundestagsdebatte über das „4.Gesetz zum Schutz der Bevölkerung“ – also Infektionsschutzgesetz – verfolgte, hörte ich auch Dr. Alice Weidel von der AfD. Erschrocken nahm ich zur Kenntnis, dass auch sie vom „Abholzen“ sprach – ein Sprachbild, das ich auf meiner Seite verwende. Spontan entschloss ich mich zu diesem einleitenden Hinweis: Ich hatte und habe mit der AfD nichts zu tun, ich bin weder Sympathisant noch Wähler dieser Partei. Ich traue ihr nicht über den Weg und vermute, dass das Coronathema von ihr nur missbraucht wird. Soviel dazu.

Bankrott? Ja. Wenn einer Regierung nichts Besseres einfällt, als die gesamte Bevölkerung dauerhaft oder kurzfristig unter Strafe daran zu hindern, das Haus zu verlassen; wenn laborbasierte Verbote quasi alleinherrschend sind; wenn das Misstrauen in die eigenen Mitmenschen derart pauschalisiert und dominant wird; wenn die Freiheit reduziert wird auf das Einpassen in eine politisch definierte (und willkürlich anpassbare) Kennzahl (Inzidenz); wenn gar kein Raum mehr ist für Zutrauen und Vertrauen, sondern jeder unter Generalverdacht gestellt und der Glaube an die positive Selbstwirksamkeit des Menschen als Irrtum und Luxus verstanden wird: Dann ist das in meinen Augen nicht mehr als eine Bankrotterklärung der Regierenden gegenüber der Staatskunst, gegenüber der Demokratie, gegenüber jeder Diskursfähigkeit und gegenüber einem universitären Verständnis von Wissenschaft, gegenüber der Ethik und, am schlimmsten: gegenüber der Seele des Menschen. Die Würde des Menschen ist so unantastbar wie unanTESTbar!

Ich bin entsetzt über die Kälte und die Ignoranz unserer Regierenden. Da spricht ein Weimarer Familienrichter, unabhängig und frei, klare, fundiert begründete Worte zum Schutz der Kinder vor seelischen und körperlichen Schädigungen- und der Bundestag, die Landesparlamente machen einfach weiter. Wir verstummen hier eine ganze Generation der Zukunft, traumatisieren Kinder und denken nicht von 12 bis Mittag. Kindeswohlgefährdung? Egal. Lockdown, Ausgangsbeschränkungen, Testpflicht, Abstandhalten, Kontaktverbote. Es ist so armselig wie brutal.

Ich lese darin auch die Absage an jede Pädagogik, die – als Erziehungskunst -Menschen begleiten will auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben in Freiheit und Gemeinschaft. Obsolet scheint das alles geworden zu sein. „Empowerment“ ? Schnickschnack. Brave, gehorsame (äh, in Pandemiedeutsch:solidarische) Untertanen sind das Ergebnis. Adornos Rat zur Subjektwerdung-einst als Element des Schutzes vor dem Totalitären beschrieben-klingt mir noch im Ohr. Und heute? Mit Angst, Verunsicherung, mit Moralismus und Panikmache wird von unserer medial begleiteten Politik zumindest nicht verhindert, dass sie wieder entsteht: die amorphe Verfügungsmasse der Subjektlosen. Was wird noch kommen? Impfapartheid? Testregime haben wir schon. Dauerimpfschleife, jedes Jahr wieder, weil das einmal mit der Injektion konfrontierte Immunsystem ohne neuen Stoff nicht existieren kann? Und wer sagt dann Nein? Wer steht auf und erinnert uns an Freiheit und Menschlichkeit? Wer macht deutlich, dass die Konzepte der begrifflichen Umdeutung (Impfen ist Freiheit) nicht überzeugen, weil sie pervertieren? Das fängt in jedem Einzelnen an. Oder eben auch nicht, weil dieser Einzelne gar nicht (mehr) weiß, was ein selbstbestimmtes Leben ist.

Nein, nein, die Maßnahmen der Regierung sind zwar als „Schutz“ etikettiert. Ich verstehe sie jedoch als Umerziehungsmaßnahmen eines immer autoritärer agierenden Staates gegen die Subjekte. Und die meisten scheinen die harte Hand zu begrüßen, so groß ist die Angst. Nein danke. Ich bin weder überzeugt noch einverstanden.

Es wird Frühling. In Weimar haben Menschen etwas Unerhörtes getan – sie haben das Leben gefeiert, ganz einfach, ganz normal. Die Sonne schien und sie machten sich einen schönen Tag. DANKE Weimar!

Ich hoffe inständig, dass der Deutsche Bundestag dieses Gesetz ABLEHNT, dass es auch in den Regierungsfraktionen Menschen gibt, die die Tragweite dieses Gesetzes ebenso fürchterlich finden wie ich und die: NEIN sagen! Stop mit Lockdown, Schluss mit dem symptomlosen Testen. Sofort.

Ich habe diesen Beitrag bei Radio München gefunden. Poetisch, klar, empört und in jeder Silbe menschlich – sehenswert. Und großer Dank an die Künstlerin!