Sommer II

Vor ein paar Tagen waren wir in den Niederlanden, nur kurz. Winschoten liegt nah, knappe 90 Minuten Fahrt. Ein schöner Tag in Holland. Wir besuchten das Rosarium, einen öffentlichen Park mit Rosen aller Art. Ein Farben – und Duftmeer; im anliegenden Café finden sich angenehme Plätze mit Blick auf den Rosengarten.

Im Rosarium Winschoten, Foto HR

Anschließend bummelten wir durch die kleine Stadt. Wir besuchten Geschäfte und trugen keine Maske. Niemand trug eine Maske. Die Maskenpflicht in den Niederlanden ist im öffentlichen Raum – bis auf den ÖPNV – aufgehoben. Was für ein Genuss. Es war so wohltuend und entspannend – und wie krass der Kontrast zu Deutschland. Es fühlt sich einfach falsch an, so meine Wahrnehmung; wir „kämpfen“ gegen ein Virus und besiegen unsere Menschlichkeit. Die seit März 2020 sich entwickelnde Angst ist in meinen Augen zu einer ausgewachsenen Angststörung geworden. Meldungen über die „Delta Variante“ werden bei uns vorzugsweise zur Begründung einer Massen-Impfung verbreitet; gern begleitet von Meldungen, die alle „Impfunwilligen“ an den Rand des Kriminalisiert-Werdens rückt.

Im Rosarium Winschoten, Foto HR

Meldungen zu Delta, in denen die Daten aus dem britischen Gesundheitswesen ausgewertet werden und die Erkenntnis erlangt wird, dass Delta „10mal weniger ansteckend ist als frühere Varianten“ (siehe z.B. Dr. Mayer aus Österreich), gehen bei uns unter.

Es scheint niemanden wirklich zu interessieren. Meldungen über die Forderung, Ungeimpfte zu diskriminieren, machen die Runde und machen mir Angst.

https://www.aerztezeitung.de/Panorama/KV-Chef-fordert-Freiheiten-nur-fuer-vollstaendig-Geimpfte-421202.html

Da hoffe ich auf den Europarat, wenngleich die Formulierungen nicht rechtsverbindlich sind – in Resolution 2361 (2021) steht (Hervorhebung nicht im Original):

7.3 with respect to ensuring high vaccine uptake: 7.3.1 ensure that citizens are informed that the vaccination is NOT mandatory and that no one is politically, socially, or otherwise pressured to get themselves vaccinated, if they do not wish to do so themselves; 7.3.2 ensure that no one is discriminated against for not having been vaccinated, due to possible health risks or not wanting to be vaccinated;

https://web.archive.org/web/20210207145318/https://pace.coe.int/en/files/29004/html

Niemand soll diskriminiert werden – gleichzeitig wird in Deutschland offen darüber gesprochen, die Menschen, die sich nicht impfen lassen, vom Schwimmbad, vom Theaterbesuch, überhaupt: vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen. Pfui. Ich bin fassungslos – und das bin ich seit der flächendeckenden Entmündigung seitens staatlicher Gewalt. Das Misstrauen, das mir als Bürger entgegengebracht wird, ist mir ein Unheil. Hier wurde und wird aus absolut diskussionswürdigen, ja: diskussionspflichtigen Gründen eine Welt voller Angst, Hysterie und Panik geschaffen. Das Misstrauen ist allerorten. Massenwahnhaft wird jetzt Druck auf die Erlösung durch „Alle müssen geimpft sein“ gemacht; alles Hoffen scheint sich darin zu konzentrieren.

Ich werde nicht müde zu betonen, dass ich weder die Existenz dieses Virus noch der Krankheit Covid-19 noch die generelle Sinnhaftigkeit des Impfens anzweifele oder „leugne“. Ich bin einfach nur – und nahezu täglich mehr – erstaunt, wie schnell und scheinbar alternativlos eine Bevölkerung entmündigt wird und sich gar nicht wundert, sondern blind auf die Obrigkeit vertraut; ich bin erstaunt, wie scheinbar selbstverständlich zu allerbesten Sendezeiten oder auf Titelseiten überregionaler Zeitungen ganz munter und anscheinend im Selbstverständnis eines „common sense“ von Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Bestrafungen ganz normaler Mitmenschen gesprochen wird.

Ich weiß nicht, welche Ziele oder Agenden hier verfolgt bzw. umgesetzt werden oder auch nicht. Das ist mir auch weniger wichtig. Es reicht, was tatsächlich geschieht. Ich kann lange überlegen, ob der maskierte Mann mit dem Sack Geld vor der Bank vielleicht ein verkleideter Angestellter der Bank ist, der seine Kolleginnen und Kollegen mal zur Abwechslung mit einer etwas anderen Art des Einzahlens überraschen will und sich deshalb verkleidet hat wie ein Räuber oder ob es ein Schauspieler ist, der nicht rechtzeitig aus der Maske kam und nun seinen Termin mit dem Bankberater nicht verpassen will. Oder, ich nehme die einfachste Erklärung, die sinnvoll und begründet möglich ist (Ockhams Rasiermesser, https://www.philoclopedia.de/einzeldisziplinen/philosophie/ockhams-rasiermesser/) – dann ist der Mann mit der Maske und dem Sack Geld vermutlich einfach ein Bankräuber. Vielleicht geht es bei der Corona-Thematik schlicht und ergreifend um Geld. Um Lobby-Einfluss und dauerhafte Profitsicherung der Pharma-Industrie.

Auch die Sorglosigkeit, die Normalität, mit der small-talk-mäßig über den Impfstatus geplaudert wird. Irre. Das „Wetter“ ist ausgetauscht worden, heute scheint die lockere Frage „Schon geimpft?“ en vogue. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln und erläutern, dass ich jetzt sicherlich die Konversation dämpfe, wenn ich mich nicht so offenherzig darüber äußern möchte, welche medizinische Behandlung ich in Anspruch nehme und welche nicht. Ich frage auch nicht. Es gibt Privatsphäre und persönliche Bestimmungen.

Am Samstag erst kaufte ich Tabak und trug die Maske nicht 100%ig genau. Darauf angesprochen, bat ich um Verzeihung und fragte, warum denn so auf die Maskenpflicht bestanden würde, ob es die Angst vor der amtlichen Kontrolle sei – nein, „mir geht es um die Gesundheit, um meine und um die meiner Kunden“, so die Tabakdame; sprach’s und verkaufte weiter Rauchwaren. Interessant.

In Holland, in diesen wenigen Stunden, war davon nichts zu spüren; es war, wie es sein soll. Frei, mündig, eigenverantwortlich. Ich habe freundliche Menschen gesprochen, Lächeln gesehen und mich gefreut am Duft der Rosen, des Espresso und des Gefühls der Freiheit.