Bleibe skeptisch

Ok, bei Hannah Arendt heißt es „Kein Mensch hat bei Kant das Recht zu gehorchen“ (aus einer Rundfunksendung von 1964, da war Arendt im Gespräch mit Joachim Fest). Ich mag Hanah Arendt. Sie spricht eine Sprache, die sich verstehen lässt und damit ganz anders ist als die Sprache anderer Soziolog:innen. Die empathielose technokratisierte, den Menschen nur noch mechanistisch betrachtende Verwaltung – für Arendt Ausdruck und Beleg totalitärer Systeme. „Kein Mensch hat bei Kant das Recht zu gehorchen“. Wer sich in Abwehr (oder Unkenntnis?) von Eigenverantwortlichkeit auf seine Pflicht bezieht, die er/sie „nur“ tut, hat dazu kein Recht.

Wie gesagt, ich bin Impfbefürworter und halte Schulmedizin für keine böse Sache. Ich bin gegen Impfpflicht und sollte es in Sachen „Covid-19“ eine solche geben, möchte ich, dass die Bundesregierung, Bundesminister:innen und Institutsverantwortlichen aus dem RKI sich notariell beglaubigt und öffentlich als erste impfen lassen.Da komme ich auf diese Szene aus dem Michael Moore Film, es geht um die Einsätze amerikanischer Truppen im Irakkrieg. Moore fragt die Abgeordneten des Kongress, ob sie ihre Kinder an die Front schicken würden. Von den mehreren hundert Mitgliedern war es einer, der das bejahte. So viel mal dazu.

Mit Blick auf die zu erwartende – weil: normal- kommende Erkältungswelle im bzw. ab dem Herbst wird mir doch etwas flau im Magen: Der PCR Test auf Corona wird stark anschlagen. Wir werden sehr hohe Zahlen bekommen, Testergebnis „positiv“. Rein theoretisch ist die „Corona“-Pandemie dank der falsch-positiv Rate eine Inszenierung ohne Ende.

Wenn die WHO erklärt, wir tragen Masken, weil wir die Pandemie so in den Griff bekommen, hoffe ich auf ein Ende. Die Zahlen sinken, die Maßnahmen werden aufgegeben, die Maske kommt weg, die Großveranstaltungen sind wieder möglich und der Wiederaufbau von Vertrauen kann beginnen. Da sind tiefe Gräben in unserer Gesellschaft aufgerissen und ich frage mich ernsthaft, wie wir die wieder zubekommen.

Doch jetzt werden – aller Voraussicht nach – die Tests mit dem Ergebnis positiv wieder ansteigen. In den Zeitungen wird weiterhin von „Infektionen“ geschrieben werden, weiterhin von „Toten im Zusammenhang mit Covid 19“. Es wird nicht geschrieben, wie viele Tests negativ waren, wie viele Tests wiederholt werden mussten, wie viele Resultate eher einem Schätzen zu verdanken sind denn einer akkuraten Messung. Es wird nicht von den Mängeln und Schwächen des Real-Time-PCR Tests gesprochen. Warum eigentlich? Wir sind im August 2020 und noch passiert in den großen Leitmedien Deutschlands viel zu wenig dazu. Also, weitere Testzahlen, weitere (falsch) Positive – es wird vermutlich zu noch mehr Panik und vor allem: zu noch tiefer verankerter Panik führen, weil sie als bestätigt gelten wird. Die Pandemie wird dann ganz bestimmt nicht als beendet erklärt. Es wird also noch mehr Panik geben.

Noch mehr Panik? – und noch weniger kontroverse Diskussion. Ist es heute schon so, dass „Corona-Kritiker:innen“ viel weniger Raum in der Berichterstattung bekommen (und zu dem noch oft tendenziös gefärbten Raum), wird dies in der nahen Zukunft vermutlich gar kein Thema mehr sein.

Wenn uns die Ergebnisse der ja mittlerweile bereits stark ansteigenden Tests im Herbst das Bild vermitteln, „es noch nicht überstanden zu haben“, ist die Gefahr groß, dass kritische Stimmen noch weniger und die verbleibenden noch stummer (gemacht) werden. Skepsis ist auch eine Frage der Kraft. Irgendwann zermürbt einen die Gewalt der Lawine, reißt auch die mit in den Abgrund, die am Rande stehen bleiben und sich ein eigenes Bild machend zu einem anderen Ergebnis kommen. Die Masse der Mitläufer:innen wird sich im Recht fühlen, sie wird Schuldige ausmachen und das ewige Drama des Separatismus wiederholt sich. Die „Braven und Gehorsamen“ gegen die „Unverschämten, die Skrupellosen“. Anders als im Sommer könnten Herbst und Winter mit ihren Erkältungswellen auch die stärken, die Strafen und Sanktionen fordern für die, die sich kritisch äußern.

Das Ende der Pandemie ist keine Frage des „Erkennens“, es ist eine Frage des Definierens, des „als beendet Erklärens“. Es öffnet Willkür Tür und Tor. Das ist meine Sorge.

Ende Juni hatte ich die MdB meines Bundeslandes angeschrieben und sie u.a. zu einer „Impfpflicht“ befragt. Anfang August erhielt ich eine Antwort aus dem Büro einer Abgeordneten:

„Bezüglich Ihrer letzten Frage möchte ich daraus hinweisen, dass dem Bundestag aktuell kein Gesetzesentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium vorliegt, in dem die angesprochene Immunitätsdokumentation oder gar eine Impfpflicht vorgesehen ist. Letzteres würde vor dem Hintergrund, dass kein Impfstoff zur Verfügung steht, auch ins Leere greifen. Außerdem stehen wir weiterhin dafür ein, dass es keine Immunitätsdokumentation geben wird, durch die es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Immunisierten und noch nicht immunisierten Bürgern geben wird. Zuletzt spricht auch die zu erwartende hohe Bereitschaft in der Bevölkerung sich impfen zu lassen, sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, gegen eine Pflicht zur Impfung. Ein gesetzgeberischer Handlungsbedarf wäre wohl schlicht nicht nötig. Vor dem Hintergrund eines fehlenden Impfstoffs sind das jedoch rein hypothetische Fragestellungen.“

„Die zu erwartende hohe Bereitschaft in der Bevölkerung sich impfen zu lassen…“ Wer und was hat diese Bereitschaft denn mit welchen Mitteln geschaffen? Und wozu? Wir reden hier von einem sehr wahrscheinlich auf RNS Basis angelegten Verfahren…sehr riskant. Und was geschieht denen, die sich nicht impfen lassen? Kommt die „Zweiklassengesellschaft“ dann eben später?

3×3 =8?

Gestern erklärte der Präsident des RKI, Prof.Dr. Wieler, im Rahmen einer Pressekonferenz, dass die „AHA (Abstand halten, Händewaschen, Atemmaske) Regeln überhaupt niemals zu hinterfragen seien“. Wirklich wahr. Diese Regeln DÜRFEN NIEMALS hinterfragt werden. Das ist NICHT meine Wortwahl. Das wurde so gesagt in Minute 27:51 (siehe youtube, https://youtu.be/oAmQmjTX0Z4?t=1671).

Bitte was? Ich darf das NIE HINTERFRAGEN???? WARUM DENN?

Es wird zudem permanent von Testen gesprochen. Dass es sich um einen PCR Test handelt, der lediglich die Anwesenheit bestimmter Nukleinsäuremoleküle erkennen kann und mitnichten eine Infektion, wird schon gar nicht mehr thematisiert. (siehe dazu den Beitrag von Prof. Dr. Ulrike Kämmerer in der 4.Sitzung des www.corona-ausschuss.de, dort ab Minute 15).

Wenn mich jemand testen will, will ich wissen, mit welcher Methode ich auf was getestet werde, wie der Test von wem und wo und nach welchem Verfahren und mit welcher Zuverlässigkeit ausgewertet werden wird, ich will ferner wissen, inwieweit die mich testende Person medizinisch dazu ausgebildet worden ist. Kurzum: Ich will verstehen. Und ich hinterfrage. Bin ich deshalb ein Spinner? Ein Rechter? Ein Verschwörer? Mit Sicherheit nicht.

Mir wird nur immer klarer, dass die Angst-Pandemie, die die Menschheit rund um den Globus gefangen hält, auf einem mechanistisch geprägten Menschenbild zu basieren scheint. Da wird ein PCR Test, der nun kaum etwas Anderes ist als das stumpfe Vervielfältigen einer Nukleinsäurebasis, zum Trigger tief einschneidender Maßnahmen. Wir sind bio-psycho-soziale Wesen, abhängig voneinander und verbunden – so unterschiedlich wir auch sind. Die Angst konnte greifen, in all ihrer Irrationalität, weil wir Menschen sind. Ich bin aktuell gar nicht sicher, wie wir da wieder rauskommen. Bildung? Demokratiefähigkeit? Ist das nicht alles viel zu „hochschwellig“?

Die Bedeutung des „Mensch-Seins“ ist in meinen Augen viel umfänglicher als die anscheinend vorherrschende Idee, dass wir irgendwie komplexe „Maschinen“ seien, Wirkungsgefüge, die mit eben genügend Kenntnis der Mechaniken entsprechend zu pflegen, zu betreiben, zu optimieren und zu warten seien…Nein. Wir haben eine Seele, sind zu feinfühligster Empathie fähig und biodynamisch in unseren Empfindungen. Die Paniker:innen reden vom Immunsystem. Das ist klar. Wir wissen mittlerweile, wie sehr Psycho-Stress auch das Immunsystem schwächt. Angst ESSEN SEELE AUF. Das ist nicht neu und lange war es nicht so deutlich zu beobachten wie jetzt.

In 3 Wochen wollen meine Frau und ich nach Griechenland. Ich werde berichten.

Lieber nicht

Heute rief mich ein befreundeter Kollege an. Er war am Wochenende bei einem Grillabend im Bekanntenkreis. Das Gespräch bei Tisch ging – wie so oft in diesen Tagen – auch um „Corona“. Mein Kollege sagte mir, er habe nur vorsichtig mal angefragt, wie denn die Meinung in diesem Kreis sei zu den Argumenten und Fragen, die Wodarg, Bakhdi und der Corona-Ausschuss eingebracht haben. Die Reaktionen, so mein Kollege, waren erstaunlich – er, ein ruhiger, moderater und durch und durch nachdenklicher Doktor der Philosophie, wurde von Menschen, die ihn zum Teil schon seit Jahren kennen, als „Aluhut-Träger“, als „Verschwörungstheoretiker“ usw. angesehen. Das hat ihn überrascht. Die Angst scheint groß, die Angst scheint tief eingedrungen zu sein in unser Leben. Corona – die Spaltung eben nicht in den Diskurs, sondern in fixe Kategorien. Wir sind – so empfinde ich es immer mehr – Lichtjahre entfernt von einer demokratischen Gesellschaft, einer Umgangsform, die erst einmal das Gespräch sucht und zulässt. Ich bin Sozialpädagoge und davon überzeugt, dass es vor allem das Schaffen und Erhalten von Vertrauensbeziehungen ist, das die Sozialpädagogik als Profession auszeichnet und legitimiert. Dazu gehört Offenheit, dazu gehört Respekt und auch Interesse am anderen. Schon im alten Rom wusste man „auditur et altera pars“ (der andere Teil möge gehört werden). Heute reicht anscheinend eine kritische Meinung zur Maske und die Lagerbildung offenbart sich. Traurig.

Wie können wir vor diesem Hintergrund sicher sein, eben nicht in die Irre geführt zu werden? Was macht uns so sicher? Wenn selbst in privaten Vertrauenskreisen keine Diskussion mehr möglich scheint, ohne das Ende von Einvernehmen und Achtung zu riskieren? Die Corona-Schutzmaßnahmen scheinen sich tief in die Seele einzuätzen; sie verunsichern einerseits mit der Angst vor Elend und Tod und andererseits ermutigen sie manchen zu einer “ Basta-Haltung“ gegenüber jedem Ansatz eines kritisch-skeptischen Hinterfragens. Was ist die Basis, was ist die Grundlage der Maßnahmen? Ein fragwürdiger PCR-Test?

Ich weiß es nicht. Ich für meinen Teil will keine Lagerbildung betreiben, will neugierig bleiben und interessiert. Ja, ich vertraue auch meiner Intuition, die mir sagt, dass hier etwas nicht stimmt. Also schrieb ich den Bundesabgeordneten meiner Stadt vor jetzt 4 Wochen einen Brief und stellte meine Fragen direkt. Noch ohne Antwort…

Intuition, interessantes Thema – das eigene Gefühl sich selbst gegenüber. „Vor Corona“ fühlte ich mich krank, wenn ich mich krank fühlte und fühlte mich gesund, wenn ich mich gesund fühlte. Das soll jetzt anders sein. Jetzt wird betont, dass ich auch dann eine ansteckende Gefahr sein kann, wenn ich mich dem ganz entgegengesetzt topfit fühle…Da geschieht eine so tiefgreifende Verunsicherung, ein Verschieben des eigenen Körpergefühls – „ich trau mir, aber ist das ok?“ Achtsamkeit, Sensibilität: Das darf anscheinend nicht mehr ohne den Beigeschmack der potentiellen „Spreader“ Gefahr empfunden werden. Wäre ich der Autor eines „Bond“ Films und wollte, dass die Bösen gewinnen, so wäre das sicher Teil meines Plots: Das Schaffen eines Narrativs, dessen Begleiterscheinung die Auflösung, die Aufweichung, das Instabilisieren von Selbstvertrauen wäre. Eines der besten Mittel in Zeiten von Angst und Schrecken ist Vertrauen – und einer der Zugänge zu einem vertrauenden Leben ist die eigene Person, die eigene Empfindung. Dieser nicht mehr trauen zu „sollen“, es auch nicht mehr intuitiv ungetrübt empfinden zu können – es ist ein Axt anlegen an die Quellen der Kräfte, die sonst durch stürmische Zeiten tragen können. Nebenbei, die WHO selbst betont die eher dünne Datenlage für eine asymptotische Übertragung (Quelle?https://correctiv.org/faktencheck/2020/07/17/nein-die-who-hat-nicht-verkuendet-dass-covid-19-infizierte-ohne-symptome-das-virus-nicht-uebertragen-koennen)

Dennoch, die Angst darf nicht weichen. Und jetzt, so nicht nur meine Wahrnehmung, werden die, die behutsam mal nachfragen und ihr Nicht-Einverstanden-Sein signalisieren, selbst als furchterregend empfunden. Perfide. Interessant wird es sein, sich krank zu fühlen und dennoch kein Attest vom Arzt zu bekommen, weil der keine Symptome feststellt. Was dann?

Als hilfreich und unterstützend empfinde ich die Arbeiten des www.corona-ausschuss.de sowie das Buch von Bahkdi/Reiß

Als äußerst lesenswert sehe ich auch den Beitrag von Prof.em.Stadler aus der Schweiz, hier der Link: https://www.achgut.com/artikel/corona_aufarbeitung_warum_alle_falsch_lagen

Allerdings denke ich auch, dass die Lagerbildung längst läuft –

„Wodarg“ vs „Drosten“

„Gegner“ vs „Linientreu“

„Maske auf: Rücksichtsvolles Mitglied der Solidargemeinschaft“
vs. „Maske ab: Asozialer Egomane ohne Empathie“

DARUM GEHT ES MIR GAR NICHT!!! Ich verzweifele lediglich darüber, dass es keine offenen Diskussionen gibt. Warum keine Pro/Contra Sendung in der ARD mit Bahkdi und Wodarg einerseits und dem RKI andererseits? Warum müssen wir, die wir intuitiv unserer Skepsis folgen, uns mühsam über das Internet informieren, uns „Aluhut-Träger“ oder sonstige Diffamierungen anhören? Ich nenne auch niemanden, der aus Angst eine Maske trägt, einen Schwachkopf. Ich akzeptiere, dass er Angst hat und interessiere mich dafür, was die Angst auslöst, wovor er oder sie sich fürchtet. Wenn wir uns streiten untereinander, lässt sich prima regieren. Dividere et impera. Teile und herrsche. Gute Nacht, Marie.

Kleiner Nachtrag, 26.07.2020 – ich teile das Erlebnis meines Kollegen. Gestern war ich auf einer Feier und unterhielt mich über alle möglichen Themen, nicht über Corona. Das Gespräch kam dann aber doch darauf und ich reagierte, weil ich gefragt wurde. Sehr vorsichtig reagiere ich, achte auf meine Worte und will keinen Streit. Es kam nicht so weit. Schon nach wenigen Augenblicken war meinem Gegenüber klar, dass ich ein Aluhutträger, ein Weltverschwörer und Impfgegner sei. Ich bin weder das eine noch das andere und geimpft bin ich auch. Was hatte ich getan? Ich hatte gefragt, was mein Gegenüber denn zu den Argumenten des Dr. Wodarg sagte, was er davon hielte. Das reichte schon. Aus meinem Nachfragen wurde „Überheblichkeit, mir einzubilden, es besser zu wissen als die Regierung“. Mann Mann Mann. Ich bin erschrocken. Mein Gegenüber ist Jurist. Damit nicht genug – ich wurde auch gefragt, was man denn hätte anders machen können, anders machen sollen. Wenn ich „schon nachfrage und anscheinend ein Ziel verfolge, ein Aufhetzer sei“, dann solle ich doch auch bitte eine Lösung nennen. Oder schweigen. Interessantes Verständnis von Macht, Staat, Kritik und Demokratie. Wer fragt, weil er nicht einverstanden ist, weil er es nicht versteht, der muss und soll eine bessere Lösung zustande bringen oder schweigen. Nein, muss ich nicht. Ich bin heute, 26.07.2020, mehr denn je davon überzeugt, dass Wodarg von Anfang an auf dem richtigen Weg war: a) hätten wir nicht getestet, würden wir es gar nicht merken, b) der bis heute unvalidierte PCR Test findet nur, wonach man sucht , c) es hätte schnell eine Zufallstestung von 1000 Personen geben müssen, um die Virusbelastung klarer zu erkennen.

Nicht ich muss begründen, warum ich meine Grundrechte wieder haben möchte. Der Staat muss begründen, warum er sie einschränkt. Wie stark und prüfbar ist diese Begründung? DAS zu hinterfragen, ist mein Recht als freier Mensch und meine Pflicht als Staatsbürger. Lösungen zu finden ist nicht mein Auftrag in dieser Sache. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft wie der unsrigen muss ich mich auf Fachleute verlassen können, wenn Entscheidungen dieses Ausmaßes getroffen werden. Exakt deshalb frage ich offen und interessiert nach, versuche sachlich zu sein und in Erfahrung zu bringen, was los ist. Dennoch, ich bin täglich weniger davon überzeugt, dass Covid-19 DIE Gefahr ist, deren Bekämpfung all das hier rechtfertigt.

An dieser Stelle auch DANKE an die Macher:innen des www.corona-ausschuss.de.

Geht es hier noch um Gesundheit?

Passend zu diesem Nachtrag noch ein Beitrag von achgut. Mir gefällt besonders der Briefwechsel des Autors mit dem RKI und anderen PCR Laboren. (Gunter Frank, Gastautor / 23.07.2020 / 06:08 ). Hier ist der Link zu der Seite (sollte der nicht klappen, ist hier der Link zu der PDF. Ich habe die Seite als PDF gespeichert.)

Wer profitiert vom Lockdown? Rede von Prof. Dr. Christian Kreiß auf der Corona-Demo vom 13.6.2020 in Ulm

Diese Rede, deren nicht-wörtliche Abschrift sehr genau auch meine Gedanken widerspiegelt, veröffentliche ich gern auf meiner Webseite.

„Als Ökonom möchte ich mit ökonomischen Entwicklungen beginnen. Laut Wall Street Journal verdoppelt sich dieses Jahr die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt von 130 Millionen auf 260 Millionen. 260 Millionen Menschen: Das sind ungeheuer viele. Darunter sind erfahrungsgemäß sehr viele Kinder. Davon sterben immer ziemlich viele. Was können Zahlen schon sagen? Vermutlich werden wir schon dieses Jahr mehrere Millionen zusätzliche Hungertote sehen, vor allem Kinder, vor allem Mädchen, vor allem Schwarze und Farbige. Der Grund: Die Covid-Lockdown-Maßnahmen, die von dem Vorbild „westliche Welt“ ausgingen und unhinterfragt in den meisten Ländern der Dritten Welt übernommen wurden. Deshalb stehe ich hier und demonstriere friedlich. Mehrere Millionen Hungertote.
Die Zahl der Corona-Toten weltweit liegt momentan unter 0,5 Millionen. Etwa 1,5 Milliarden Schüler wurden weltweit aus den Schulen ausgesperrt. Laut Wall Street Journal werden viele davon in der Dritten Welt nicht wieder in die Schulen zurückkehren, vor allem Mädchen, vor allem Farbige. Wegen Corona-Lockdowns nach westlichem Vorbild. Deshalb stehe ich hier und demonstriere. In Indien brachen Exporte und Importe um 60 Prozent ein. Es wurden etwa 100 Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt. 100 Millionen Menschen. Allein in Indien. Durch die Corona-Lockdowns dort und im Rest der Welt. Auch in Ländern wie Indonesien, Philippinen und dutzenden anderen brechen Importe und Exporte zusammen. Die Folge: Massenarbeitslosigkeit, Elend und Not.
Die Lebensmittelpreise in besonders armen Regionen sind laut Wall Street Journal deutlich gestiegen, für viele unerschwinglich hoch. 36 Länder der Dritten Welt stehen vor starken Schuldenproblemen. Finanzkrisen sind abzusehen. Ich war sieben Jahre Investment Banker und denke, das wird für einige Länder und viele hundert Millionen Menschen übel ausgehen. Der Grund: Corona-Lockdowns weltweit nach westlichem, nach unserem Vorbild. Dadurch produzieren wir in den armen Ländern dieser Welt Elend, Leid und Tod in unvorstellbarem Ausmaß. Deshalb stehe ich hier und demonstriere. Die Situation in den USA: In den letzten neun Wochen haben sich etwa 30 Millionen US-Amerikaner arbeitslos gemeldet. 30 Millionen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 25 Prozent. Besonders hart betroffen: Schwarze. Deshalb stehe ich hier und demonstriere. Knapp 40 Prozent der US-Haushalte mit Kindern unter 12 Jahren wissen nicht, wie sie sich ernähren sollen. Überdurchschnittlich hart davon betroffen: Schwarze. Grund: Corona-Lockdown.
Ein Blick nach Deutschland: Momentan sind bei uns über 20 Prozent der arbeitenden Menschen arbeitslos, die meisten davon auf Kurzarbeit. In Baden-Württemberg war im April jedes vierte Produktionsunternehmen geschlossen. Die Auftragseingänge der Industrie sind von Januar bis April um 38 Prozent gesunken. Das verheißt für die kommenden Monate gar nichts Gutes für den Arbeitsmarkt. Es sind hunderttausende Operationen in unserem Land ausgefallen, u.a. gegen Krebs, hunderttausende Arztbesuche unterblieben. Wegen Corona-Maßnahmen, wegen Corona-Angst. Man schätzt die Folgetoten auf 125.000. Das sind natürlich alles nur ganz grobe Schätzungen, kein Mensch weiß, ob die Zahlen stimmen. Sicher ist: es wird gravierende gesundheitliche Folgeschäden geben, sicher auch viele Tote in unserem Land. Wegen der Corona-Maßnahmen und der Covid-Angst.
Zum Vergleich die Zahl der Corona-Toten in Deutschland am 9. Juni 2020: unter 9.000; Durchschnitts- und Medianalter: etwa 80, praktisch alle mit mehreren schweren Vorerkrankungen (multimorbid vorerkrankt). Man könnte den Verdacht haben, die staatlich verordnete Kur sei um ein vielfaches schlimmer als die Krankheit. Selbst der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin sagt jetzt (11.6.), wenn eine zweite Corona-Welle kommt, dann wird es keine Lockdowns geben, denn die seien unverhältnismäßig. Der Schaden sei größer als der Nutzen, selbst der gesundheitliche. Von dieser Einsicht sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Unsere ergriffenen Covid-Maßnahmen waren und sind vollkommen unverhältnismäßig. Mittel und Zweck stehen in keinerlei vernünftigem Verhältnis. Wir müssen sie sofort beenden. Deshalb stehe ich hier und demonstriere. Kommen wir zu den Ursachen dieser weltweiten, dramatischen Entwicklungen, die meiner Einschätzung nach zu dutzenden Millionen Toten führen werden, vor allem in der Dritten Welt, vor allem bei Kindern, Mädchen, Schwarzen und Farbigen. Wegen der Covid-Lockdowns nach westlichem Vorbild.
Der Hauptgrund dafür ist nicht Covid, sondern die Angst vor Covid. Diese Angst wird seit Monaten auf fast allen Medienkanälen geschürt. Und gleich vorneweg: Diese Angst ist meiner Meinung nach für den allergrößten Teil der Bevölkerung unbegründet und daher vollkommen unsinnig. Diese Angst wird bewusst und aktiv geschürt. Covid ist ein extrem aggressives Virus für ganz bestimmte Zielgruppen. In Alters- und Pflegeheimen werden die Menschen dadurch mit rasender Geschwindigkeit hinweggerafft. Das stimmt. Das ist grausam. Diese Menschen muss man dringend schützen. Aber für junge und gesunde Menschen, bei Kindern und nicht multimorbid Vorerkrankten stimmt es nicht. Da sprechen alle Zahlen eine eindeutige Sprache. Selbst die Zahlen der Impflobby. Selbst die Zahlen von Johns Hopkins University. Selbst die Zahlen von RKI, selbst die Zahlen der Bundesregierung. Aber dieser beruhigende Teil der Nachrichten wird praktisch immer weggelassen.
Es wird auf fast allen Kanälen dermaßen einseitig angstschürend berichtet, dass es an aktives Lügen grenzt. Und das kommt von ganz oben. Bundeskanzlerin Merkel sagte beispielsweise am 13.5.2020 „Corona ist und bleibt also eine Gefahr für jede und jeden von uns“. Das ist eine objektive Unwahrheit. Corona ist keine Gefahr für jede und jeden von uns, sondern nur für ganz bestimmte Zielgruppen. Nochmal: Durchschnitts- und Medianalter der Covid-Toten liegen um die 80. Praktisch alle Covid-Toten waren statistisch signifikant sehr alt und/ oder multimorbid vorerkrankt. Wenn Frau Merkel diese Zahlen vorlagen, wovon ich ausgehe, und wenn Frau Merkel als promovierte Physikerin Statistiken lesen kann – sie beschäftigte sich schon in ihrer Diplomarbeit mit statistischen Fragestellungen – wenn die Kanzlerin diese Aussage also bewusst falsch gemacht hat, dann ist diese Aussage von Frau Merkel eine Lüge. Ich wiederhole: Diese Aussage von Bundeskanzlerin Merkel vom 13.5.2020 ist objektiv unwahr und wenn sie dies wusste, dann ist es eine Lüge. Eine Unwahrheit, die Angst erzeugt und meiner Einschätzung nach Angst erzeugen soll. Das finde ich nicht richtig.
Deshalb stehe ich hier und demonstriere. Dass seitens der Bundesregierung bewusst mit Angst gearbeitet werden sollte, hat ja auch ein regierungsinternes Dokument gezeigt, das ans Tageslicht kam und das detailliert aufzeigt, wie man konkret bei der Darstellung von Covid Angst erzeugen soll. Diese Unwahrheiten kommen also von ganz oben. Und fast die gesamte Medienlandschaft hat diese äußerst einseitige, Angst erzeugende Darstellung über Covid übernommen. Eine nüchterne, objektive, sachliche Diskussion über die realen, zielgruppenbezogenen Gefahren und über vernünftige, ausgewogene Gegenmaßnahmen gegen Covid war dadurch praktisch nicht mehr möglich. Das Angst-Klima war derart aufgeheizt, dass alle Menschen, auch ausgezeichnete Experten, die sehr gute Argumente gegen die Angst hatten, praktisch nicht mehr zu Worte kamen, sondern teilweise sogar beschimpft wurden.
Der Argumentationsstil in den Medien und gegenüber abweichenden Meinungen war oft geradezu erschreckend. Es gab – und gibt – Intoleranz in einem Ausmaß, wie ich es bis jetzt in unserem Land selten erlebte. Das ist sehr schmerzhaft. Jetzt versuchen viele Medien, friedliche Demonstranten schlechtzumachen, die sich für Grund- und Menschenrechte und gegen die Unverhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen einsetzen, indem man sie in eine rechte Ecke stellen will. Die Demonstrationen seien von Reichsbürgern unterwandert, von der AfD, von Rechten, von Esos, von Spinnern, seien Querfront. Das ist unwahr, unehrlich und unaufrichtig. Deshalb stehe ich hier und demonstriere.
Ein Beispiel: In einem Nachbarort von uns fand eine Demonstration für unsere Menschenrechte und gegen die übertriebenen Corona-Maßnahmen statt. Wir kennen die Organisatoren. Es wurden alle politischen Parteien eingeladen, außer der AfD. Am nächsten Tag konnten wir in den Zeitungen zu den Großdemonstrationen in den großen Städten lesen, die Demonstrationen würden von Rechtsextremen und der AfD missbraucht. Das ist kein guter Journalismus.
Ich komme zurück zum Thema Angst. Um bewusst Angst vor Corona zu erzeugen benutzt man bestimmte Wissenschaftler, die man zu Worte kommen lässt. Andere Wissenschaftler lässt man nicht zu Worte kommen. Der prominenteste, Angst erzeugende Wissenschaftler auf diesem Gebiet in unserem Land ist Christian Drosten. Herr Drosten ist schon vor einigen Jahren mit unsinnigen Fehlprognosen aufgefallen. Er hat im Juni 2010 massiv vor der Schweingrippe gewarnt. Sie werde über ganz Deutschland hinwegziehen. Wörtlich: „Bei der Erkrankung [Schweinegrippe] handelt es sich um eine schwerwiegende allgemeine Virusinfektion, die erheblich stärkere Nebenwirkungen zeitigt als sich irgendjemand vom schlimmsten Impfstoff vorstellen kann.“ Das war kompletter Unsinn. Reine Fehlaussagen und Fehlprognosen, das Gegenteil dessen, was eingetreten ist. Herr Drosten ist also erwiesenermaßen ein großartiger Fehlprognostiker. Warum wird er heute zum medizinischen Hauptsprachrohr der Regierung ernannt? Ich war sieben Jahre Investmentbanker.
Wenn jemand einen bombensicheren Tipp gegeben hat zu einer Aktie, die werde absolut sicher hochgehen – und dann stürzt sie ab – das kommt gar nicht gut an. Auf solche Leute hört man künftig nicht mehr. Unsere Bundesregierung und viele unserer Leitmedien schon, sogar erst recht. Da stören fundamentale Fehlprognosen kein bisschen. Es geht auch nicht um Wahrheit oder Ehrlichkeit. Sondern Herr Drosten ist sehr nützlich, um die gewollte Angst zu schüren. Kurz: Die in der Bevölkerung weit verbreitete Angst vor Covid ist meiner Meinung nach kein Zufall, sondern aktiv erzeugt. Dieser Angsterzeugung und der Angstaufrechterhaltung dienen meiner Meinung nach auch die abstoßenden, unmenschlichen, medizinisch äußerst umstrittenen Gesichtsmasken. Deshalb stehe ich hier und demonstriere. Da stellt sich natürlich sofort die Frage: Warum nur diese Angstmache? Wozu um alles in der Welt will man den Menschen denn solche Angst vor Ansteckung, Leid und Tod durch Covid einjagen? Nun, diese Angst ist für bestimmte Zwecke sehr nützlich. Man kann sich dadurch als Macher profilieren, wie der machthungrige Populist Markus Söder in Bayern. Eine Anekdote am Rande:
Meine Familie und ich ruhten uns nach einer gesetzlich erlaubten Bergwanderung Ende März am Walchensee in Obernbayern aus. Kommt die Polizei, verlangt unsere Ausweise, beschimpft uns: „Ja spinnts denn ihr?“ Auf die Frage, was denn die Rechtsgrundlage der Beschimpfung sei kam die Antwort, wortwörtlich: „In der Sonne sitzen ist verboten“. Da dachten wir uns: Jetzt sind wir in einem Irrenhaus gelandet. Dank Herrn Söder. Deshalb stehe ich hier und demonstriere. Zurück zum Thema: In einer Angststimmung kann man als machtgieriger Politiker seine Macht erhöhen, indem man Grundrechte ausschaltet: Das Recht auf Versammlungsfreiheit, das Recht auf Religionsausübung, das Recht, sich im Freien aufzuhalten, das Recht, alte und kranke Menschen zu besuchen und ihnen Anteilnahme zu zeigen, Wärme und Trost zu spenden usw. usw. Machtmenschen lieben Grundrechtseinschränkungen, das kommt ihrem Herrschertrieb sehr entgegen. Und praktisch alle Spitzenpolitiker sind Machtmenschen, denen es meistens mehr um ihr Ego als um das Wohl der Bevölkerung geht.
Auch für die Medien sind Angstartikel besser. Reißerische Schock-Nachrichten verkaufen sich besser als ausgewogene, beruhigende Information. Das gilt leider nicht nur für die Sensationspresse, sondern auch für die Mainstream-Medien. Anxiety sells, Angst verkauft sich. Weitverbreitete Angst hat aber für bestimmte Interessengruppen auch noch andere Vorteile. Zum einen die Pharmaindustrie, die Impfindustrie. Je größer die Angstverbreitung, desto sicherer wird später millionenfach, vielleicht gar mit Staatszwang, vielleicht gar milliardenfach geimpft werden. Das ist ja das erklärte Ziel etwa von Bill Gates und seiner Multimilliarden-Stiftung. Da winken zweistellige Milliardengewinne. Aber nicht nur die Impfindustrie hat Vorteile von Angstmache durch einseitig Berichterstattung. Je größer die Angst, desto leichter kann man Lockdowns anordnen, desto weiter verbreiten sie sich in der Welt und desto länger bleiben sie.
Der wirtschaftliche Wachstumsmotor war in der westlichen Welt schon Ende 2018 ins Stottern gekommen. Die Automobilabsätze gingen zurück, die Auftragseingänge schrumpften, die Geschäfte liefen immer schlechter, die Gewinne kamen unter Druck. Irgendetwas musste geschehen, um die Marktanteile und die Gewinne wieder hochzubekommen. Da kam den Konzernlenkern ein staatlich verordneter Stillstand nicht ganz unrecht. Und zwar aus folgenden Gründen: Zum einen konnte man jetzt zum Beispiel die Autoflotte mangels Produktion und Absatz altern lassen – dann kommt in den Folgemonaten sicheres Ersatzgeschäft. Zum anderen hatte man als Konzernvorstand nun einen schwarzen Peter für die ganze Misere, einen Schuldigen. Und außerdem und konnte auf hohe Staatshilfen zu Lasten der Steuerzahler hoffen. Die Großen lässt man nicht pleitegehen, das kann sich die Regierung nicht leisten. Too big to fail.
Aber bei weitem das wichtigste an den Lockdowns ist folgendes: Es gibt dabei riesige Gewinner. Nämlich bestimmte Großkonzerne und Multimilliardäre, die schon vor der Krise auf unvorstellbar hohen Liquiditätsbergen saßen. Denn in allen Wirtschaftskrisen gilt: Cash is king. Das wissen manche sehr gut. Bezos, Zuckerberg, Bill Gates, Warren Buffet und Larry Ellison sind bislang die fünf ganz großen Gewinner dieser Krise.
Bis Ende Mai hatten die Milliardäre in den USA durch die Krise, nicht trotz der Krise, sondern durch die Krise einen Vermögenszuwachs von 434 Milliarden Dollar erzielt. Gleichzeitig lebten Ende Mai in den USA 38 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze und 28 Millionen waren nicht krankenversichert. Hohe Arbeitslosigkeit in breiten Bevölkerungskreisen haben noch den zusätzlichen Vorteil für die Großkonzerne und Milliardäre, dass man dadurch die Löhne drücken kann. Die Leute wehren sich nicht mehr gegen niedrige Löhne. Zu groß sind Job-Angst und die drohende Arbeitslosigkeit. Es gibt also enorme Krisengewinner. Für mich als Wirtschaftsgeschichtler ist das wenig überraschend. Die Ereignisse nehmen nicht zufällig diesen Lauf. Man kann da nachhelfen. Ganz Ähnliches haben wir in der Geschichte schon während der Weltwirtschaftskrise von 1907 gesehen, wo ganz wenige Männer, vor allem John Pierpont Morgan sein Vermögen durch die Krise ungemein vergrößert hat, während er Millionen Menschen in Armut gestürzt hat. Er ist gerade dadurch ganz besonders reich geworden, dass er sie in Armut gestürzt hat. Denn JP Morgan hat mit seinem gigantischen Bankenimperium die Krise damals bewusst und vorsätzlich herbeigeführt, gerade um die Konkurrenz auszuschalten und sich durch die Krise zu bereichern.
Die Krise war für JP Morgan nicht etwa schlimm. Sie war ein Segen. Aber nicht gottgesandt, sondern von ihm selbst herbeigeführt. Ähnliches geschieht heute wieder. Aber es ist nicht mehr ein Mann allein mächtig genug dazu. Die Großen fressen die Kleinen. Und wollen die Kleinen fressen.
Jeder Tag länger Lockdown ist ein Segen für bestimmte große Konzerne und ihre Eigentümer, die auf riesigen Bargeldsummen sitzen. Jeder Tag zusätzlicher Lockdown bedeutet das Ausschalten von weiteren zigtausend kleinen und mittelständischen Konkurrenten, deren Marktanteile man hinterher billig oder kostenlos übernehmen kann. Je größer die geschürte Angst in der Bevölkerung, desto leichter kann man strenge und lange Lockdown-Maßnahmen politisch rechtfertigen. Möglichst lange Maskenpflicht. Möglichst lange Uni-Schließungen. Möglichst lange Schließungen, Distanzierungen, Aushebelungen der Grundrechte aller Art. Der Feind ist überall, die Angst ist überall. Einige Monate später können die Großen dann billig fischen gehen, wie es JP Morgan 1907 vorgemacht hat. Man fragt sich in bestimmten Konzernzentralen: Wo wollen wir in fünf oder 10 Jahren stehen? Wie können wir unseren Marktanteil langfristig maximal ausdehnen?
Man braucht nur langen Atem, man braucht vor allem viel Cash. Ich gehe davon aus, dass bestimmte Marktführer und die größten der Großen in fünf oder zehn Jahren noch viel größer sein werden als heute, insbesondere die Eigentümer dahinter, die Milliardäre. Die Macht der Mächtigen wird durch die Covid-Lockdowns ungemein vergrößert. Zu Lasten des Mittelstandes, der Arbeitnehmer, der Armen, der Dritten Welt. Und damit komme ich zum entscheidenden Punkt. Die Bündelung von Macht in den Händen sehr weniger, sehr vermögender, nicht demokratisch gewählter Menschen nimmt durch die Lockdowns, durch die bewusste Angstverbreitung dramatisch zu. Bündel heißt auf Italienisch il fascio. Daher kommt der Begriff Faschismus.
Ich habe die große Sorge, dass Corona für diese Zwecke bewusst missbraucht wird, dass die ganze Angsterzeugung mit der Absicht gemacht wird, faschistische Prozesse voranzutreiben, konkret: Die Bündelung von Macht in den Händen von Wenigen, die von niemandem gewählt wurden. Das sind sehr gefährliche, antidemokratische Entwicklungen. Ich habe große Sorge um unsere Demokratie. Ich habe die große Sorge, dass unsere Grundrechte dauerhaft eingeschränkt werden. Ich habe die große Sorge, dass unser wunderbares Grundgesetz, das wir uns mit so viel Leid errungen haben, immer mehr ausgehebelt wird. Dagegen will ich mich wehren. Das spüren, glaube ich, irgendwie alle, die hier sind. Deshalb sind wir hier auf dieser friedlichen Demo: für Freiheit, für Demokratie, für Menschenwürde und für unsere kostbaren Grundrechte.“
Zur Person: www.menschengerechtewirtschaft.de

Weitere Infos: www.menschengerechtewirtschaft.de

Bange machen gilt nicht!

Als Pädagoge sage ich zum Thema Angst, dass sie ebenso wenig missbraucht werden darf wie Macht und Verantwortung. Angst zu haben ist menschlich. Jemandem mit Absicht Angst um Leben, Gesundheit, Existenz oder andere ernste Themen zu machen, ist gemein. Geschickt angestellt, lässt sich wahrscheinlich jeder Mensch so verängstigen und einschüchtern, dass er oder sie nicht mehr klar denken, klar empfinden und handeln kann. Wer Angst macht, bedient eine Fernsteuerung der Seele. Bange machen gilt nicht! Und doch ist es genau das, was auch aktuell in Zeiten von Corona geschieht.

Ich bin täglich mehr davon überzeugt, dass wir Medienkompetenzen vermitteln, aufklären und Sicherheit geben müssen für den Umgang mit Nachrichten, Schreckensbildern, Horrorzahlen und anderen Panikverursachern. Nicht nur Demokratie braucht Besonnenheit. Ein Ziel – ja: ein staatlicher Auftrag der Bildung! ist die Förderung der Mündigkeit, der Teilhabe an der demokratischen Gesellschaft und ihrer Gestaltung. Leben ist auch ein Verb, ein Aktivum. Leben als Verb zu verstehen bedeutet: zu leben. Zu leben heißt auch, sich der Ungewissheit des Kommenden auszusetzen und das wiederum bedarf des Vertrauens. Vertrauen ist die Urkraft des Lebens und des Glaubens an die Möglichkeit des Morgen. In all der Ungewissheit gehen wir über Brücken und vertrauen auf ihre Stabilität, wir leben mit der Ungewissheit und vertrauen. Angst zerstört das Vertrauen, wandelt es in Misstrauen, in Enge und Isolation. Wenn Sozialpädagogik funktioniert, dann, weil sie Vertrauensbeziehungen errichtet und aufrecht erhält.

Mehr und mehr erschrecke ich vor der Ängstlichkeit meiner Mitmenschen. Da ist die Angst, andere und sich anzustecken. Hygiene, Abstand halten – das ist ja auch ohne Corona zu allen Krankheiten, die in Wellen auftreten, richtig – und doch reicht es nun scheinbar vielen nicht aus, zu groß die geschürte Bedrohungsangst, die Panik. Es muss Masken geben und noch härtere Maßnahmen, so fordern die Ängstlichen. Und da ist zusätzlich die Angst vor dem Auffallen, dem „Aus der Reihe tanzen“. Seit Wochen trug ich auf meiner Maske den Aufkleber „Erst Maskenzwang, dann Impfpflicht? Nein danke“. Ich erntete starrende Blicke, keiner sprach mich an. Vielleicht denken manche, ich sei ein Rechter oder irgendwie gefährlich. Ich bin weder rechts noch eine Gefahr. Ich bin nur nicht einverstanden. Den Aufkleber habe ich ausgetauscht in ein positiveres Motto – ich will keinen Beitrag zur Verängstigung leisten; und der Wunsch nach kritischer Kontroverse ist für viele schon einschüchternd, verängstigend. „Bange machen gilt nicht„, schreib ich drauf und dazu, etwas kleiner: „Unvalide Tests auch nicht…“

Konformismus ist die Doktrin der Stunde und sie wird verkauft als Solidarität. Je länger der Corona-Irrsinn andauert, desto lauter werden die Stimmen derer werden, die bereits immun sind. Sie werden vermutlich Privilegien fordern und unsere Gesellschaft auf eine sehr scharfe Zerreißprobe stellen – eine Zerreißprobe, der wir nur Stand halten werden, wenn wir uns klar machen: Alle Menschen sind vor dem Rechtsstaat gleich, kranke Menschen ebenso wie gesunde Menschen. Ich will keine „Corona-Apartheid“ und hoffe, dass ich mit meiner Sorge übertreibe und es wirklich anders kommt.

Die Therapie ist aktuell schlimmer als die Krankheit. Das kann nicht sein! Wir werden eingesperrt und bevormundet – zu unserem Besten? Und ganz nebenbei droht ein Überwachungsstaat blockwärtiger Mitbürger:innen aufzuziehen, der die Freiheit schon immer suspekt fand und mit dem Verb „leben“ auch nicht viel anzufangen wusste. Endlich kehrt wieder Ordnung (von oben)ein, endlich kann die Verantwortung für das eigene Leben wieder abgegeben werden; von der Last der Freiheit und der Selbstbestimmung endlich befreit. Geborene Untertanen! (Achtung, Polemik: „Virologie, befiehl, wir folgen Dir.“ Oh Mann, das ist doch ein Albtraum!)

Geschürte Angst macht irgendwann selbst die Schlausten doof. Bildung stärkt, macht Mut, gibt Kraft und Vernunft und den Glauben an das Leben und Vertrauen für Dich und mich, für uns, für heute und morgen. Wer weiß, wie Rumpelstilzchen heißt, hat keine Angst mehr vor ihm. Der Spuk löst sich auf! Angst ist ein falscher Herrscher.

Ich bin ganz sicher, dass wir ohne den staatlichen, seine Bürger:innen einsperrenden Autoritarismus mit Corona klar kommen. Die Verängstigung in der Bevölkerung ist groß und paralysierend. Vertrauen? Mangelware. Ich frage mich, wie diese durch in meinen Augen gravierende Einschnitte erzeugten Wunden heilen können. Misstrauen und Angst lassen sich so schnell aus Gruppen nicht vertreiben.

Werden wir bspw. zum Handschlag zurückfinden? Die Bedeutung gewaschener Hände war ja schon vor Corona klar, nur eben anscheinend nicht überall beherzigt. Das dürfte dieses Virus wohl verändert haben – und die Angst vor dem Anderen? Das Ergreifen einer fremden Hand…OH MEIN GOTT!…wird es nach Corona ohne Furcht und diffuse Sorge um Infektionen geschehen?

Oder, ein Blick auf die Digitalisierung – vieles, ob in Schulen, Familien, Freundeskreisen, Vereinen, Parteien, Behörden und Instituten oder Unternehmen ist der Corona-Not geschuldet entstanden. Da wurde und wird mit allen möglichen Online-Medien improvisiert, experimentiert und tatsächlich: Vieles funktioniert und die Annehmlichkeiten des digitalen Austauschens fallen schwerer ins Gewicht als das physikalisch-räumliche Fehlen der anderen. Allerdings – und ich zähle mich dazu: Ohne Not würde ich keine Onlinevorlesungen halten, keine Onlineseminare durchführen, ich bin und war nie „Online-Pädagoge“. Das tue ich ausnahmsweise und hoffe inständig, dass wir bei der Ausnahme bleiben werden. Schaue ich auf zukünftige organisatorische Aspekte frage ich mich, wer denn entscheiden wird, was online und was in Präsenz geschehen wird. Gut, Betriebsausflüge wird es mit „Zoom“ oder „Sykpe“ (um nur zwei zu nennen) zwar nicht geben, jedoch die Frage, was online und was in Präsenz besprochen, vermittelt, geklärt werden wird. Ich finde es einerseits ganz bequem, mich einfach vor den Rechner zu setzen und Seminare zu machen, an Meetings teilzunehmen – und andererseits fühle ich, dass die Empfindung des Bequemen mit der Hoffnung auf zeitliche Begrenztheit verknüpft ist. Sollte es dauerhaft bei online bleiben: auweia.

Was wir gut gebrauchen können:

  • Schluss mit der medialen Panikmache
  • Waschbecken und Seife in allen Supermärkten und im öffentlichen Raum
  • Schluss mit den Sperren, weg mit den Masken!
  • Aufbau von Medienkompetenzen zum Umgang mit Schreckensnachrichten. BANGE MACHEN GILT NICHT!
  • Ermutigung, Besonnenheit, Gelassenheit.

Wie wohltuend sind gerade jetzt Begegnungen mit Menschen, die sich nicht verrückt machen lassen UND die trotzdem: Ja, gerade deshalb sozial verantwortlich und kooperativ sind.

Psychologie-Prof. Bruder im Interview, lesenswert: https://www.rationalgalerie.de/gelesen-gesehen-gehoert/angstmache-als-herrschaftsmittel

Corona, enough said

Sag ich nix mehr zu, außer:

Ich werde mich nicht impfen lassen. Die Idee der Freiwilligkeit finde ich gut und richtig, solange daraus kein „faktischer“ Impfzwang resultiert, der mich für meine „Nicht-Impfung“ sanktioniert. Sollte das der Fall werden, werde ich juristische Schritte einleiten und mich im Sinne des Artikel 21 der EU- Grundrechtecharta zur Wehr setzen.

Art. 21
Nichtdiskriminierung

(1) Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.

(2) Unbeschadet besonderer Bestimmungen der Verträge ist in ihrem Anwendungsbereich jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit verboten.

https://dejure.org/gesetze/GRCh/21.html

Seit März 2020 sammele ich Beiträge aus dem Netz, die den kritischen Diskurs zu diesem Corona-Thema widerspiegeln.

19.05.2020 Freue mich, dass die Süddeutsche Zeitung meinen Leserbrief veröffentlicht hat.

Über die Veröffentlichung in der Frankfurter Rundschau am 02.06.2020 freue ich mich auch:

Wie lange halten wir das aus – und was kann bleiben?

Am 14.05.2020 berichtet die „Frankfurter Rundschau“ über das knapp 90 Seiten starke interne Dokument, das ein ranghoher Mitarbeiter des Bundesministerium des Inneren zu Covid-19 erstellt und an einen größeren Verteiler versandt hat. Der Bericht des Mitarbeiters erfolgte auf Briefpapier des Ministeriums – und diese Tatsache wird Gegenstand der Aufregung. Verständlich. Da wird der offizielle Briefkopf zweckentfremdet zur Verbreitung eigener Meinungen – so die offizielle Beschreibung der Unzulässlichkeit des Verhaltens. Wäre ich Minister, hielte ich so ein Vorgehen meines Mitarbeiters auch für falsch.

Auffällig ist für mich, dass es allerdings bzgl. des Inhalts kein einziges Wort des Dementis gibt.

Aber das nur am Rande. Ich will mich ja nicht länger verrückt machen. Ich bleibe schön bei mir selbst, stelle jede Art von Kommunikation ein, die auch nur im Ansatz missionarisch wirken könnte. Ich erkenne an, dass viele meiner Mitmenschen, auch in meinem engsten Freundeskreis, tatsächlich Angst haben vor der Krankheit und nicht wie ich mehr Angst vor dem Umgang damit. Es schockt mich, dass Angstmacherei diese Wirkkraft hat und auf so wenig Aufklärung trifft, auf so wenig Mut und die Bereitschaft, Rumpelstilzchen auf den Zahn zu fühlen. Steven Kings „Es“ beschreibt die Macht der Angst und hier, im Auge der Corona-Krise, zeigt sich diese Macht ganz triumphal.

Mich schockt die Art und Weise unseres Kommunizierens. Da herrscht Unbehagen, da liegt diffuses „Vollgenervt-von-allem-sein“ in der Luft, da ist Unsicherheit ob all der Ungewissheit greifbar. Gerade jetzt bräuchten wir an jeder Ecke „Sprechhäuser“, Orte, in denen vor allem offen und interessiert zugehört wird, in denen Austausch möglich ist, in denen auch Pluralismus und Vielfalt zur hilfreichen Ressource (und nicht zum Gegenteil!) werden.

Achtsamkeit, Respekt, Transparenz, Ehrlichkeit, Offenheit und das Sich-Artikulieren, seine Ängste, seine Sorgen in den Mund nehmen und zur Sprache bringen zu können, es auch zu tun: Es öffnet und lässt neue Kräfte einströmen. Ich erlebe eine traumatisierte Gesellschaft (und dazu den Kontrast persönlicher Biedermeier-Idylle). Diese traumatisierte, verängstigte Gesellschaft soll an diesem Virus nicht auseinanderfetzen. So, wie der Brexit in UK Familien und Freunde trennte, Lager schuf und Gräben einzog, so kann auch die Diskussion um den Umgang mit dem Virus uns voneinander spalten. Ich wünsche mir sehr, dass wir über dieses Virus nicht zersplittert in verfeindeten Lagern enden – und, nebenbei, noch leichtere Beute derer werden, die uns mit Angst und Schrecken unter Kontrolle und zur Räson bringen wollen.

Liebe Medienvielfalt, wo bist Du? Wo ist die Funktion der „4.Gewalt“, uns Pluralismus und Kontroverse so vorzumachen, dass wir in kommunikativer Kompetenz Argumente tauschen und so zu tragfähigem Konsens kommen können? DAS ist die Basis von Demokratie!

Eines der wenigen Highlights in den letzten Tagen ist für mich der Disput zwischen Augstein und Blome (https://www.phoenix.de/sendungen/gespraeche/augstein-und-blome/corona—hat-merkel-ueberzogen-a-1548310.html

Ein anderes Highlight ist sicher die Veröffentlichung dieses BMI Papieres.

Hier der Text aus der Frankfurter Rundschau vom 14.05.2020

Hier die BMI PDF

Wenn ich mir überlege, was nach dieser ganzen Veranstaltung bleiben kann und was besser wieder in der Versenkung verschwinden möge, komme ich zu diesen Punkten:

Kann bleiben/Soll nicht bleiben
Kann bleiben
– Hände waschen
– Abstand halten im Supermarkt
-Spuckschutz (wer so ein Teil abends mal abgewaschen hat, weiß, was da tagsüber durch die Gegend fliegen kann)
– Weniger Straßen-und Flugverkehr
– Solidarität in Wort und Tat
– Sorge umeinander
– Suche nach Impfstoff und Medikamenten
– Vertrauen in Mitarbeiter*innen (ob vor Ort oder im „cheflosen“ Home office)
– Flexibilität
– ab und zu eine Webkonferenz, das ist schon ok. Aber eben nur ab und zu…
Soll nicht bleiben
– potentielle Lockdowns
– Solidarität ohne Taten, ohne mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen; Solidarität nur mit uns und nicht mit allen, die in Not sind (Moria ist Ausdruck kontinuierlichen Versagens der EU, das muss nicht bleiben!)
– Maskenpflicht
– Einseitige Berichterstattung und pauschale Diffamierung Andersdenkender als Verschwörer, Radikale, Verbreiter von Unfug
– Angst (voreinander, vor der Krankheit)
– Potentielle Impfpflicht gegen Covid-19, Zwang zu Immunitätsnachweis
– das Überbewerten von Gesundheit. Wir können das Leben nicht kontrollieren und sind besser beraten, wenn wir leben und uns dabei unterstützten anstatt aus Gesundheit Kennzahlen zu machen, denen wir blind und mechanisch nachzueifern haben sollen.

Zwei Jahre noch???

Eben läuft „Anne Will“ im Ersten, ich schau interessiert zu – bin fassungslos ob der seit Wochen gezeigten Einhelligkeit der Meinungen, dass dieses Virus eine ernsthafte Bedrohung, eine weltweite lebensgefährliche Pandemie sei. Nein, ich spiele diese Krankheit nicht herunter, das könnte ich auch gar nicht, bin kein Mediziner. Ich verweise nur auf die zahlreichen und immer mehr werdenden Kritiker*innen, die mit Belegen und Logik den Standpunkt vertreten, dass es sich bei Covid-19 eben nicht um DIE Krise handelt, die die aktuellen Maßnahmen rechtfertigt. Nicht im Ansatz!

Mittlerweile spüre ich in mir ein permanentes Schwanken zwischen Angst, Empörung und Aufstand. Was geschieht hier? Es ist mehr als fragwürdig, berechtigt die Grundrechte einzukassieren und Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen – und doch: es geschieht. Jetzt, gerade jetzt und wenn ich Olaf Scholz richtig verstanden habe, dann werden wir uns noch „2 Jahre“ in dieser „neuen Normalität“ einzurichten haben. Warum? Ich wäre ja bereit, alles mitzutragen, wenn denn das Fundament all dieser Maßnahmen ein tragfähiges, ein belastbares wäre. Das ist es aber nicht. Was kommt denn noch? Immunitätsnachweispflicht? Impfpflicht? Digitalisierungspflicht? Distanzpflicht? Mundschutzpflicht?

Die Befürworter*innen all dessen argumentieren naturwissenschaftlicher Autorität folgend und offenbaren dabei ein grundständig fragwürdiges und tatsächlich riskantes Wissenschaftsverständnis. Laborwerte, Hochrechnungen, quantitatives Vorgehen – DAS ist „objektive“ Wahrheit, „objektive Wissenschaft“. Reisen wir gerade zurück in die 1960er/1970er Jahre? Ist der Methodenstreit jetzt wieder hervorgeholt und der „Winner is“ das Zählen von Häufigkeiten? Wie leichtgläubig! Im qualitativen Forschungsparadigma steht das Verstehen an erster Stelle, das Erkennen von Mustern und Zusammenhängen. Es ist dem Menschen und seinem Verhalten in der Welt zugewandt – und Forschung dieser Richtung ist eine gänzlich andere als die, die zählt und rechnet. Beides hat seine Berechtigung. Wo ist die qualitative Seite in der Corona „Pandemie“? Wen interessiert, wie es Menschen geht, solange die „objektiven“ Statistiken alles Handeln rechtfertigen? Das ist alles ein ganz und gar überhaupt nicht wertschätzender, liebevoller Umgang miteinander; das ist Technokratie, Maschinenglaube, Laborreligion und in seiner Mechanistik sehr tauglich als Vorstufe aller Barbarei. Menschen werden quantifiziert und alles Handeln scheint legitimiert.

Interessanterweise zeigt die „Pandemie Corona“ ein Paradoxon: Würde sie wirklich auf die Zahlen schauen und tatsächlich darin Wahrheit finden, so gäbe es gar keinen Grund mehr für Lockdowns, für das Einstimmen der Bevölkerung auf „2 Jahre“, die wir in der „neuen Normalität“ auszuhalten haben. Die Zahlen werden nach Gusto hin- und her gebogen, werden aus Rechtfertigungsgründen missbraucht und uminterpretiert von denen, die die Interpretationshoheit für sich beanspruchen. Das ist Macht und Machtmissbrauch. Es zerstört Vertrauen und schürt Misstrauen. Der Mensch geht dabei unter, spielt keine Rolle – er ist „Futter“ für die Taschenrechner, deren Ergebnisse wie die zur Szene passende Kulisse verschoben und gedreht werden.

Was wird wohl geschehen, wenn die gefürchtete „2.Welle“ kommt – von der durchaus kompetente Stimmen auch glauben, dass es sie nicht wirklich, sondern nur in inszenierter Form geben wird – was geschieht also, wenn sie zur Aufführung gebracht wird, diese „2.Welle“? Werden dann die Kritiker*innen stumm geschaltet, weil sie angeblich die Ernsthaftigkeit der Lage ignorieren und die „Virus-Wehrkraft des Volkskörpers zersetzen“? Werden ihre Videos und Beiträge gelöscht, werden sie unter Strafe gestellt?

Was wird unser Sozialstaat verkraften können? Eine 2., eine 3. Welle? Noch eine, noch zwei Billionen? Die Gelder sind begrenzt, die Mittel endlich – und dann? Bricht unser Sozialstaat zusammen, verschwindet die Mittelschicht komplett, reißt der Graben zwischen Arm und Reich scheinbar unüberbrückbar auf? Sehen die Akteure, die Verantwortlichen dieser aktuellen Entscheidungen das Feuer, mit dem sie spielen? Nehmen sie das Scheitern unseres Sozialstaates, der zwar weit entfernt von Perfektion, aber dennoch ein sehr brauchbarer ist, billigend in Kauf? Sind sie so blind? Ich kann es nicht glauben – und bekomme Bammel, was das wiederum bedeuten könnte: Dass das alles hier gewollt ist. Kann das sein?

Ich will keine „zwei Jahre Virusalarm“. Ich will, dass wir als Gesellschaft schleunigst aufarbeiten, was hier alles läuft. Wir brauchen dringend politische Bildung (siehe auch die Forderung des Aktionsrat Bildung vom 30.04.2020, https://www.vbw-aktionsrat-bildung.de/) in allen Schulen, offene Diskurse, Emanzipation, das Fördern des Teilhaben-WOLLENS, des Ermutigens und das für jeden und jede in unserem Land. Wir brauchen eine sozialpädagogische Wende und wir brauchen sie schnell und langfristig. Wir brauchen Bildung, Bildung, Bildung. Herzensbildung, Gemeinschaftsbildung, Wissensbildung und die natur- und geisteswissenschaftliche Bildung.

Die aktuelle „Pandemie“ und ihre Legitimationen erinnern mich stark an Adornos Text „Erziehung nach Auschwitz“ – hier ein Auszug der Abschrift des Radiointerviews von Theodor W. Adorno (1966):

Erziehung nach Auschwitz [Th. W. Adorno, 1966]
Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die aller erste an Erziehung.
Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen. (…) Sie zu begründen hätte etwas Ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug.
Dass man aber die Forderung, und was sie an Fragen aufwirft, so wenig sich bewusst macht, zeugt, dass das Ungeheuerliche nicht in die Menschen eingedrungen ist, Symptom dessen, dass die Möglichkeit der Wiederholung, was den Bewusstseins- und Unbewusstseinsstand der Menschen anlangt, fortbesteht. Jede Debatte über Erziehungsideale ist nichtig und gleichgültig, diesem einen gegenüber, dass Auschwitz nicht sich wiederhole. Es war die Barbarei, gegen die alle Erziehung geht. Man spricht vom drohenden Rückfall in die Barbarei. Aber er droht nicht, sondern Auschwitz war er; Barbarei besteht fort, solange die Bedingungen, die jenen Rückfall zeitigten, wesentlich fortdauern.

Das ist das ganze Grauen. Der gesellschaftliche Druck lastet weiter, trotz aller Unsichtbarkeit der Not heute. Er treibt die Menschen zu dem Unsäglichen, das in Auschwitz nach weltgeschichtlichem Maß kulminierte.

Unter den Einsichten von Freud, die wahrhaft auch in Kultur und Soziologie hineinreichen, scheint mir eine der tiefsten die, dass die Zivilisation ihrerseits das Antizivilisatorische hervorbringt und es zunehmend verstärkt.
(…) Wenn im Zivilisationsprozess selbst die Barbarei angelegt ist, dann hat es etwas Desperates, dagegen aufzubegehren.

(…) Nötig ist, was ich unter diesem Aspekt einmal die Wendung aufs Subjekt genannt habe. Man muss die Mechanismen erkennen, die die Menschen so machen, dass sie solcher Taten fähig werden, muss ihnen selbst diese Mechanismen aufzeigen und zu verhindern trachten, dass sie abermals so werden, indem man ein allgemeines Bewusstsein jener Mechanismen erweckt.
(…) Schuldig sind allein die, welche besinnungslos ihren Hass und ihre Angriffswut an ihnen [den Opfern] ausgelassen haben. Solcher Besinnungslosigkeit ist entgegenzuarbeiten, die Menschen sind davon abzubringen, ohne Reflexion auf sich selbst nach außen zu schlagen. Erziehung wäre sinnvoll überhaupt nur als eine zu kritischer Selbstreflexivität.
Da aber die Charaktere insgesamt , auch die, welche im späteren Leben die Untaten verübten, nach den Kenntnissen der Tiefenpsychologie schon in der frühen Kindheit sich bilden, so hat Erziehung, welche die Wiederholung verhindern will, auf die frühe Kindheit sich zu konzentrieren.
Ein Schema, das in der Geschichte aller Verfolgungen sich bestätigt hat, ist, dass die Wut gegen die Schwachen sich richtet, vor allem gegen die, welche man als gesellschaftlich schwach und zugleich – mit Recht oder Unrecht – als glücklich empfindet.
Soziologisch möchte ich wagen, dem hinzuzufügen, dass unsere Gesellschaft, während sie immer mehr sich integriert, zugleich Zerfallstendenzen ausbrütet. Diese Zerfallstendenzen sind, dicht unter der Oberfläche des geordneten, zivilisatorischen Lebens, äußerst weit fortgeschritten.
Der Druck des herrschenden Allgemeinen auf alles Besondere, die einzelnen Menschen und die einzelnen Institutionen, hat eine Tendenz, das Besondere und Einzelne samt seiner Widerstandskraft zu zertrümmern. Mit ihrer Identität und mit ihrer Widerstandskraft büßen die Menschen auch die Qualitäten ein, kraft deren sie es vermöchten, dem sich entgegenzustemmen, was zu irgendeiner Zeit wieder zur Untat lockt. Vielleicht sind sie kaum noch fähig zu widerstehen, wenn ihnen von etablierten Mächten befohlen wird, dass sie es abermals tun, solange es nur im Namen irgendwelcher halb oder gar nicht geglaubter Ideale geschieht.Spreche ich von der Erziehung nach Auschwitz, so meine ich zwei Bereiche: einmal Erziehung in der Kindheit, zumal der frühen; dann allgemeine Aufklärung, die ein geistiges, kulturelles und gesellschaftliches Klima schafft, das eine Wiederholung
nicht zulässt, ein Klima also, in dem die Motive, die zu dem Grauen geführt haben, einigermaßen bewusst werden. Ich kann mir selbstverständlich nicht anmaßen, den Plan einer solchen Erziehung auch nur im Umriss zu entwerfen. Aber ich möchte wenigstens einige Nervenpunkte bezeichnen. Vielleicht hat man – etwa in Amerika – den autoritätsgläubigen deutschen Geist für den Nationalsozialismus und auch für Auschwitz verantwortlich gemacht. Ich halte diese Erklärung für zu oberflächlich, obwohl bei uns, wie in vielen anderen europäischen Ländern, autoritäre Verhaltensweisen und blinde Autorität viel zäher überdauern, als man es unter Bedingungen formaler Demokratie gern Wort hat.
Eher ist anzunehmen, dass der Faschismus und das Entsetzen, das er bereitete, damit zusammenhängen, dass die alten, etablierten Autoritäten des Kaiserreichs zerfallen, gestürzt waren, nicht aber die Menschen psychologisch schon bereit, sich selbst zu bestimmen. Sie zeigten der Freiheit, die ihnen in den Schoß fiel, nicht sich gewachsen. Darum haben dann die Autoritätsstrukturen jene destruktive und – wenn ich so sagen darf – irre Dimension angenommen, die sie vorher nicht hatten, jedenfalls nicht offenbarten. (…) Ich möchte aber nachdrücklich betonen, dass die Wiederkehr oder Nichtwiederkehr
des Faschismus im Entscheidenden keine psychologische, sondern eine gesellschaftliche Frage ist. Gerade die Bereitschaft, mit der Macht es zu halten und äußerlich dem, was stärker
ist, als Norm sich zu beugen, ist aber die Sinnesart der Quälgeister, die nicht mehr aufkommen soll. (…) Die einzig wahrhafte Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz wäre Autonomie, wenn
ich den Kantischen Ausdruck verwenden darf; die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen.
(…) Was Auschwitz hervorbringt, die für die Welt von Auschwitz charakteristischen Typen, sind vermutlich ein Neues. Sie bezeichnen auf der einen Seite die blinde Identifikation mit dem Kollektiv. Auf der anderen sind sie danach zugeschnitten, Massen, Kollektive zu manipulieren (…) Für das Allerwichtigste gegenüber der Gefahr einer Wiederholung halte ich, der blinden Vormacht aller Kollektive entgegenzuarbeiten, den Widerstand gegen sie dadurch zu steigern, dass man das Problem der Kollektivierung ins Licht rückt.

(…) Menschen, die blind in Kollektive sich einordnen, machen sich selber schon zu etwas wie Material, löschen sich als selbstbestimmte Wesen aus. Dazu passt die Bereitschaft, andere als amorphe (gestaltlose) Masse zu behandeln. Ich habe die, welche sich so verhalten (…) den manipulativen Charakter genannt. (…) Der manipulative Charakter (…) zeichnet sich aus durch Organisationswut, durch Unfähigkeit, überhaupt unmittelbare menschliche Erfahrungen zu machen, durch eine gewisse Art von Emotionslosigkeit, durch überwertigen Realismus. Er will um jeden Preis angebliche, wenn auch wahnhafte Realpolitik betreiben. (…)

Hätte ich diesen Typus des manipulativen Charakters auf eine Formel zu bringen (…), so würde ich ihn den Typus des verdinglichten Bewusstseins nennen. Erst haben die Menschen, die so geartet sind, sich selber gewissermaßen den Dingen gleichgemacht. Dann machen sie, wenn es ihnen möglich ist, die anderen den Dingen gleich. Bei Versuchen, der Wiederholung von Auschwitz entgegenzuwirken, schiene es mir wesentlich, zunächst Klarheit darüber zu schaffen, wie der manipulative Charakter zustande kommt, um dann durch Veränderung der Bedingungen sein Entstehen, so gut es geht, zu verhindern.

(…) Kennt man aber einmal die inneren und äußeren Bedingungen, die sie so machten (…), dann lassen sich möglicherweise doch praktische Folgerungen ziehen, dass es nicht noch einmal so werde.
(…) Man muss sich vergegenwärtigen, dass aus derlei Bedingungen Menschen nicht
automatisch erklärt werden können. Unter gleichen Bedingungen wurden manche so und manche ganz anders. Trotzdem wäre es der Mühe wert.

(…) Es gehört zu dem unheilvollen Bewusstseins- und Unbewusstseinszustand, dass man sein So-Sein – dass man so und nicht anders ist – fälschlich für Natur, für ein unabänderlich Gegebenes hält und nicht für ein Gewordenes.
Wenn irgendetwas helfen kann gegen Kälte als Bedingung des Unheils, dann die Einsicht in ihre eigenen Bedingungen und der Versuch, vorwegnehmend im individuellen Bereich diesen ihren Bedingungen entgegenzuarbeiten. (…)Das erste wäre darum, der Kälte zum Bewusstsein ihrer selbst zu verhelfen, der Gründe, warum sie wurde. Lassen Sie mich zum Ende nur noch mit wenigen Worten eingehen auf einige Möglichkeiten der Bewusstmachung der subjektiven Mechanismen überhaupt, ohne die
Auschwitz kaum wäre. (…) Wer heute noch sagt, es sei nicht so oder nicht ganz so
schlimm gewesen, der verteidigt bereits, was geschah, und wäre fraglos bereit zuzusehen oder mitzutun, wenn es wieder geschieht.
Wenn rationale Aufklärung auch (…) nicht geradewegs die unbewussten Mechanismen auflöst, so kräftigt sie wenigstens im Vorbewusstsein gewisse Gegeninstanzen und hilft ein Klima bereiten, das dem Äußersten ungünstig ist. Würde wirklich das gesamte kulturelle Bewusstsein durchdrungen von der Ahnung des pathogenen Charakters der Züge, die in Auschwitz zu dem Ihren kamen, so würden die Menschen jene Züge vielleicht besser kontrollieren.
(…) Morgen kann eine andere Gruppe drankommen als die Juden, etwa die Alten, die ja im Dritten Reich gerade eben noch verschont wurden, oder die Intellektuellen, oder einfach abweichende Gruppen.(…) Schlechterdings jeder Mensch, der nicht gerade zu der verfolgenden Gruppe dazugehört, kann ereilt werden; es gibt also ein drastisches egoistisches Interesse,
an das sich appellieren ließe.Aller politischer Unterricht sollte zentriert sein darin, dass Auschwitz nicht sich wiederhole.(…) Dazu müsste er in Soziologie sich verwandeln, also über das gesellschaftliche Kräftespiel belehren, das hinter der Oberfläche der politischen Formen seinen Ort hat.

Literaturverzeichnis

Bauer, Ullrich; Bittlingmayer, Uwe H.; Scherr, Albert (2012): Handbuch Bildungs- und Erziehungssoziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Imprint (Bildung und Gesellschaft).

Geht das jetzt so weiter?

Heute Nacht war ich wach geworden, fragte mich, was denn wohl wäre, wenn im Juni 2020 die Reisewarnungen aufgehoben und alle anderen Einschränkungen zurückgenommen würden. Wenn all die Stimmen der Sorge um Rechtsstaat, Grundgesetz und Grundrechte sich geirrt hätten? Dann wurde mir aber klar, dass ein Aufheben aller Restriktionen eher unwahrscheinlich ist – zu deutlich ist mittlerweile der Zweifel geworden, dass es diese Restriktionen in der bekannten Form nicht hätte geben MÜSSEN. Zieht der Staat jetzt durch, koste, was es wolle? Kritik ignorierend, Verhältnismäßigkeit vergessen, knallhart? Die Bußgeldkataloge der Bundesländer sind schon Beleg der neuen Härte in der „neuen“ Realität. Droht uns ein Polizeistaat? Angst essen Seele auf. Und dann?

Die inszenierte Alternativlosigkeit ist skandalös und einer aufgeklärten Gesellschaft komplett unwürdig.

Ist das real, laufen wir hier volle Kraft voraus in eine „Gesundheitsdiktatur“, eine Welt, die uns mit Zwang zu Digitalisierung, Impfung und Isolation um jeden Preis gesund erhalten will?

Geht es um Geld? Geht es um Elitensicherung? Um Unterwerfung? Um Rettung? Ich habe keine Ahnung. Ich weiß aber: SO geht es nicht! SO darf es nicht gehen! Ich will nicht zusehen, wie unsere Gesellschaft erdrosselt wird, um sie vor dem Ersticken zu schützen.

Dr. Schäuble spricht von der Würde des Menschen, die das höchste Gut darstellt und nicht etwa dem Schutz einer absoluten Gesundheit. Diese Klarstellung finde ich in der Tat weise und danke dem Präsidenten unseres Bundestags ausdrücklich.

Es zeigt sich ein Umgang mit Kritiker*innen, den ich nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive nicht bedenklich, sondern verwerflich finde. Da werden Fachleute diffamiert, mundtot gemacht; da beziehen sich Sekundärquellen aufeinander in munterem Zirkelschluss; „das Redaktionsnetzwerk Deutschland verweist zur Beweisführung auf die ‚Tagesschau‘, die wiederum selbst auf andere Sekundärquellen baut.“ (In jeder Bachelor Arbeit hätte ich das moniert).

Kritische , kontroverse Stimmen bleiben im Internet, auf YouTube Kanälen, wo sie leicht als dubios und unseriös dargestellt werden können. Prof. Bakhdi, Prof. Haditsch, Drs. Wittkowski, Wodarg – sind das denn alles Spinner? Mich irritiert maßlos, dass ein Virologe (Prof. Drosten) einen täglichen Podcast im NDR hat! TÄGLICH spricht ein Virologe (immer derselbe). Wäre das eine Meldung aus Nordkorea, würden das einige als „Hirnwäsche“ darstellen. Aber bei uns? Es scheint viel einfacher zu sein, jemanden zum Narren zu machen, als ihn davon zu überzeugen, zum Narren gemacht worden zu sein. Warum gibt es nicht täglich ein „Pro und Contra“, eine Rede und Gegenrede? Warum diese so schnell erzeugte Einheit in Funk, Fernsehen und Tagespresse? Warum „misst“ das private Frühstücksfernsehen, um nur ein Beispiel zu geben, die „Maskentreue“ der Bevölkerung und lobt die Städte, deren Einwohner*innen sich stärker an die Pflicht zu halten scheinen als andere?

Wir werden bombardiert, volles Trommelfeuer aus allen Rohren. Warum? „Propaganda“ heißt das Buch von Bernays, dem „Vater der PR“ (1928) und was hier bei uns gerade abgeht, erinnert massiv an bewusst gepushte Desinformation. Der Hype ist gewollt. Die Lage ist ernst, viel ernster als das Virus. So empfinde ich das.

In der SZ vom vergangenen Wochenende war ein Artikel über Prof. Drosten und sein „dickes Fell“. Er wurde zitiert mit den Worten „Als Wissenschaftler schafft man keine Fakten“. Da habe ich mich so aufgeregt, dass ich direkt einen Leserbrief an die SZ geschrieben habe. Qualitativ Forschende können dieser einer die Welt rational-objektivierenden und sich dabei absolut setzenden Naturwissenschaft doch etwas entgegensetzen. Können? MÜSSEN! Sind wir denn wieder so weit, dass uns über alle Kritik sich erhaben gebende „Ich bin nur der Bote einer objektiven Welt und schaffe keine Fakten“-Kittelträger den einzig wahren Weg weisen und wir alle folgen, brav und selbstdiszipliniert (weil es ja um Leben und Tod geht)???

In Rubikon (https://www.rubikon.news/artikel/der-pandemie-krimi.md) finde ich diesen Text Dr. Wodargs, den ich gern weitertrage – und, klar: ich habe, wie immer, alle genannten Links in dem Text gegengecheckt.

Covid-19 – ein Fall für Medical Detectives

Der massenhafte, überproportional häufige Tod von Covid-19-Patienten mit dunkler Hautfarbe und aus südlichen Ländern sowie in New York, London, Stockholm, Madrid, Paris, und anderen Städten und Länderen mit hohem Migrantenanteil ist offenbar auch Folge einer medikamentösen Fehlbehandlung. Betroffen sind Menschen mit einem speziellen Enzymmangel, der vor allem bei Männern auftritt, deren Familien aus Regionen stammen, wo Malaria endemisch war oder ist. Sie werden derzeit mit Hydroxychloroquin, einem für sie unverträglichen Medikament behandelt, das jetzt überall auf der Welt im Kampf gegen Covid-19 eingesetzt wird.

Wenn dies nicht rasch aufhört, droht ein Massensterben, vor allem in Afrika.WOLFGANG WODARG, 2. Mai 2020

Bevor ich meine Recherchen zu diesen mich sehr beunruhigenden Befunden schildere, zunächst ein paar Worte zur Einschätzung der Corona-Krise, zur Verlässlichkeit des SARS-CoV-2 PCR-Tests sowie zur allgegenwärtigen Angst und dazu, wie diese politisch benutzt wird.

Bei meinen Untersuchungen zu den Ereignissen nach Wuhan, welche die Welt seit Anfang 2020 völlig verändert haben, bin ich mir schnell sicher gewesen, dass wir zwar eine neue Coronavirus-Variante erleben, dass diese sich angesichts der deutschen Daten zur Mortalität (Sterblichkeit) und Morbidität (Krankheitshäufigkeit) allerdings nicht wesentlich von dem unterscheidet, was in den vergangenen Jahren beobachtet wurde oder hätte beobachtet werden können.

Coronaviren standen bisher weltweit nicht im Mittelpunkt epidemiologischer Beobachtung, da sie, außer kurzfristig in China (SARS 2002/2003) und in den arabischen Ländern (MERS ab 2012), nicht wesentlich zu den globalisierten virusbedingten saisonalen Atemwegserkrankungen beitrugen. Auch gab es gegen sie keine jährlich neu kombinierbaren Impfstoffe, wie sie gegen Influenza verkauft werden.

Die normalen weltumkreisenden Krankheitsepisoden werden bekanntlich seit der Schweinegrippe 2009 in inflationärer Weise und jeweils auf einzelne Erreger fokussierend mit dem Begriff „Pandemie“ bezeichnet. In diesem Zusammenhang ist schon lange Wachsamkeit und historisch berechtigtes Misstrauen geboten. Denn wenn schon unsere normalen, sich wandelnden und global kreisenden viralen Wintergäste, wie die H1N1-Viren im Jahr 2009, die Kriterien einer Pandemie erfüllen, dann ist der Begriff sinnentleert geworden. Vor 2009 war das noch anders, zu dieser Zeit gehörten zu den notwendigen Charakteristika einer Pandemie auch sehr viele schwere Krankheitsverläufe und zahlreiche Todesfälle mit weltweiter katastrophaler Überlastung der Gesundheitsversorgung.

Die reinen infektionsepidemiologischen Aspekte des Wuhan-Phänomens sind für mich weitgehend übersichtlich. Nach den vorliegenden Zahlen der deutschen Netzwerke zur Überwachung der akuten Atemwegserkrankungen (ARE), der Arbeitsgemeinschaft Influenza und des Grippe-Web, und nach den Krankenhausdaten für ARE, sowie den Daten über die Auslastung der Intensivstationen des Landes, ist die Grippewelle 2019/2020 mit ihrem vielfältigen Erregerspektrum ohne Besonderheiten vorübergegangen. Lediglich die Konsultationen in den Melde-Praxen fanden in den letzten Wochen der Saison wegen des Lockdowns offenbar erheblich seltener statt.

In Bezug auf akute saisonale Atemwegserkrankungen gibt es aktuell keinen Grund zur Angst vor vermehrten akuten respiratorischen Infektionen. Aus medizinischer Sicht, und bei Betrachtung der vorliegenden Daten, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen ab sofort überflüssig – auch wenn die Regierung etwas anderes sagt.

Der SARS-CoV-2 PCR-Test: unspezifisch, medizinisch unnütz, aber Angst erzeugend

Wegen der großen Bedeutung für das Covid-19-Geschehen ist besondere Aufmerksamkeit auf den SARS-CoV-2 PCR-Test zu richten – das einzige Instrument, das zur Verfügung stand, um das Virus zu messen und um von einer neuen Ausbreitung überhaupt reden zu können. An meiner Einschätzung dazu hat sich seit Ende Februar nichts geändert: Ohne den von deutschen Wissenschaftlern entworfenen PCR-Test auf SARS-CoV-2-Viren hätten wir von einer Corona-„Epidemie“ oder gar „Pandemie“ nichts bemerkt.

Mit dem Test zog man, nachdem die WHO ihn empfohlen hatte („nicht für Zwecke der Krankheitserkennung“), durchs Land und versuchte, Bruchstücke von SARS-Viren zu finden. Eine Stelle in China, die einer der Entwickler des PCR-Tests, Prof. Drosten, in einem Interview beim Deutschlandfunk nicht namentlich nennen wollte, bestätigte dem Virologen, dass mit dessen Testansatz das gesuchte SARS-Bruchstück im Wuhan-SARS-Virus gefunden worden sei.

Meine Beurteilung des nicht amtlichen und nicht für medizinische Zwecke zugelassenen Tests, mit dem inzwischen weltweit nach „Fällen“ gesucht wird, lautet:

Wie kann ein Test, der bei den vielen unterschiedlichen SARS-Viren von Fledermäusen, Hunden, Tigern, Löwen, Hauskatzen und Menschen positiv ausfällt, die sich seit vielen Jahren weltweit verändern und verbreiten, für den Nachweis eines angeblich erst vier Monate alten SARS-CoV-2 spezifisch genannt werden?

Es handelt sich offenbar um einen sensiblen Test, der zu viele positive Ergebnisse liefert, der also auch viele inzwischen natürlich rekombinierte SARS-ähnliche Erreger nachweisen kann. Dass die Viren aus Wuhan auch dabei waren, wird dadurch nicht bestritten.

Der Test misst aber offenbar auch frühere SARS-Varianten, die sich laufend verändern, schnell ihre Wirte wechseln können und nicht in den Datenbanken der Virologen zu finden sind. Diese waren und sind aber auch offensichtlich nicht als außergewöhnlich gefährlich aufgefallen.

Woher wissen wir also, dass die Diskrepanz zwischen den vielen harmlosen Infektionen und den wenigen schwereren Verläufen nicht dadurch bedingt ist, dass unterschiedliche Varianten mit dem benutzten Test gleichermaßen gefunden werden? Zumal er sogar bei tierischen Varianten positiv ausfällt!

Ein wenig aussagender positiver Test macht jedoch in jedem Fall Angst und löst sofort und berechenbar ein entsprechendes Verhalten bei den Betroffenen und den Verantwortlichen aus. Das flächendeckende Testen, die Fixierung auf Beatmungsplätze, das Leerräumen der Kliniken für die angekündigte Flut der Covid-19 Opfer und Triage-Übungen erzeugten eine Panik und ermöglichten damit die Folgsamkeit einer stark eingeschüchterten Bevölkerung.

Darf die Angst nicht weichen?

Als schon vor Beginn der Lockdown-Maßnahmen immer deutlicher wurde, dass Deutschland wohl weitgehend verschont bleiben würde, beherrschten zwei neue Schreckensbilder die Berichterstattung auch bei uns und sorgten für ein Fortbestehen von Angst und Folgsamkeit: Särge und tödliches Chaos in vielen italienischen und spanischen Kliniken, Kühlcontainer voller Leichen und Massengräber in New York. Daraus schloss man, dass es sich dann ja wohl doch um eine gefährliche Seuche handeln müsse.

Es ist aber unwahrscheinlich, dass ein und dasselbe Virus in Hamburg so viel harmloser ist als in New York. Das muss andere Gründe haben.

Deshalb richtete ich meine Recherchen auf diese neuen Brennpunkte des Geschehens. Vielleicht, so meine Hoffnung, wäre dann auch besser zu verstehen, weshalb viele Regierungen immer wieder von einer drohenden „zweiten Welle“ und von der weiteren Notwendigkeit des Lockdowns sprechen.

Argumentiert wird derzeit, dass die Maßnahmen mehr oder weniger so lange aufrechterhalten werden müssten, bis die gesamte Bevölkerung durch eine Impfung gerettet werden könne. Eineinhalb Jahre einer „neuen Normalität“ ohne Urlaubsreisen, Feste, Kultur- und Sportveranstaltungen werden eingefordert und Zwangsimpfungen, Zwangstestungen, Tracking- und Immunitäts-Apps in Aussicht gestellt.

Doch weshalb? Was macht die Regierung so sicher, dass sie es für notwendig hält, das Grundgesetz in wesentlichen Teilen außer Kraft zu setzen, den Mittelstand in den Bankrott zu treiben und Arbeiter und Angestellte in die Arbeitslosigkeit fallen zu lassen? Was droht uns noch?

Medical Detectives: Ein Blick unter die Oberfläche

Es gilt also herauszufinden, was zum Beispiel in Norditalien, Spanien oder in New York passierte. Um das zu erfassen, ist mehr zu recherchieren, als es in der normalen Epidemiologie gelehrt wird. In Baltimore, an der jetzt leider institutionell korrumpierten Johns Hopkins University, habe ich früher eine intensive epidemiologische Weiterbildung absolviert, die mir sehr viel methodisches Wissen vermittelt hat. Dort gab es auch einen Zweig, der sich „Medical Detectives“ nannte.

Hier konnte man aus der Geschichte und anhand von zahlreichen gut erforschten Fällen lernen, wie gesundheitliche Folgen zum Beispiel auch durch Brunnen- oder Lebensmittelvergiftungen entstehen können und welche Tricks es schwer machen, natürliche von menschengemachten oder gar kriminellen Ursachen zu unterscheiden. Bei den Medical Detectives – jeder kennt es aus Kriminalromanen – gibt es Täter und Opfer, Motive und Tatwaffen, Alibis und Auftraggeber.

Eine Seuche – selbst eine von der WHO ausgerufene – kann ein „Fake“ sein. Bei der Vogel- und bei der Schweinegrippe habe ich die skrupellosen und korrupten Machenschaften einer Pharma- und Impfstoffindustrie erleben und untersuchen können. Es wurden immer wieder Gesundheitsängste erzeugt, um mit gefährlichen Produkten Milliarden öffentlicher Gelder in private Taschen abzuzweigen.

Deshalb darf auch bei Covid-19 gefragt werden: Steckt möglicherweise auch dieses Mal etwas anderes hinter der fortgesetzten Beunruhigung der Öffentlichkeit? Qui bono? Wer profitiert von der Angst?

Virologen erneut als Angstmacher

Die Angstmacher sind neben der WHO auch diesmal wieder einige mir bereits aus der Vergangenheit bekannte Virologen. Meist haben diese – und das ist an medizinischen Instituten heute leider überall schon „neue Normalität“ – enge Kooperationen mit der Pharmaindustrie oder anderen Investoren geknüpft.

Zum Professor wird man heute leichter, wenn man bei der Beschaffung von Drittmitteln Geschick bewiesen hat. Die Wissenschaft hat sich daran gewöhnt „fremdzugehen“, und die Hochschulen erleichtern dies durch intransparente Ausgründungen, Public-Private-Partnerships oder Kooperationen mit angeblich wohltätigen Stiftungen.

Die Virologie der Berliner Charité wird in Sachen Covid-19 zum Beispiel von der Bill und Melinda Gates Stiftung gefördert. Ein Mitautor des PCR-Tests von Drosten et al. ist der Geschäftsführer des Biotech Unternehmens TIB Molbiol, welches jetzt zunehmend Tests produziert und millionenschwer vermarktet. Doch das sind detektivische Nebenbefunde, die bei weitem nicht erklären, was diese Welt gerade auf den Kopf stellt.

Dass die Infektionsgefahr in Deutschland und den Nachbarländern vorüber ist, kann bereits jetzt die Mehrheit der Experten nicht mehr leugnen, ohne sich für den Rest ihrer Karriere zu blamieren. Und trotzdem sind da Menschen in den Regierungen, den Ämtern und in der Wissenschaft, die uns mit der Angst einsperren und weiter gängeln wollen.

Mein Ärger über diese medizinisch nicht nachvollziehbare Panikmache und über viele seuchenhygienisch unsinnigen Ermächtigungen und freiheitsentziehenden Disziplinierungen ist auch von der Neugierde eines „Medical Detective“ begleitet, der sich Gedanken über mögliche verdeckte Motive macht. Dennoch will ich mich hier nicht mit den politischen oder wirtschaftlichen Hintergründen beschäftigen. Dafür wird die Zeit wohl noch kommen und das ist auch nicht mein Fachgebiet.

Kommt eine „zweite Welle“?

Die Frage, die ich mir stelle, lautet: Wie konnte es gelingen, bei einem offensichtlich relativ harmlosen Erreger derartige Horrorszenarien zu erzeugen, mit denen Kritiker mühelos aus dem Weg geräumt werden konnten und mit denen die Angst in der Bevölkerung über die Medien immer wieder neue Nahrung erhielt?

Außerdem möchte ich wissen, aufgrund welcher wissenschaftlichen Befunde die Kanzlerin, ihr Gesundheitsminister, ihr Hof-Virologe und andere weiterhin ankündigen: Die zweite Welle kommt erst noch. Es wird noch viele Monate dauern. Wir dürfen nicht in Urlaub fahren. Wir müssen uns in Zukunft auf Heimarbeit einstellen. Wir müssen alle getestet, getrackt und mit einem noch schnell zu erprobenden Mittel geimpft werden. Das steht zwar alles schon im Drehbuch mit dem Titel „The first modern pandemic“, welches Bill Gates am 23. April veröffentlichte, wird aber auch dort nicht medizinisch nachvollziehbar belegt.

Ein Hinweis aus New York

Am 31. März bekam ich einen wichtigen Hinweis: Der New Yorker Intensivmediziner Dr. Cameron Kyle-Sidell hatte seine Kollegen mit einer erstaunlichen Beobachtung alarmiert. Er berichtete:

„Was ich erlebt habe, das waren keine Covid-19-Patienten. Sie hatten nicht die Zeichen einer Lungenentzündung, sondern sahen aus wie Passagiere eines Flugzeugs, das in großer Höhe plötzlich Druck verliert.“

Es musste sich demnach um eine Störung des Sauerstofftransportes im Blut handeln. Ich recherchierte und hakte die verschiedenen bekannten Ursachen für solche Symptome der Reihe nach ab, sofern sie wegen der Verläufe nicht in Frage kamen. Am wahrscheinlichsten erschien mir eine rasch verlaufende Hämolyse, eine Zerstörung von jenen Erythrozyten (roten Blutkörperchen), die in der Lunge den Sauerstoff gegen abzuatmendes Co2 eintauschen, um den Sauerstoff in alle Winkel unseres Körpers zu transportieren. Patienten haben dann das Gefühl zu ersticken, atmen sehr schnell und angestrengt.

Was man in einem solchen Fall tun muss, kennen wir, weil es uns vor jedem Start im Flugzeug demonstriert wird: Sauerstoffmasken fallen von der Decke und bringen Erlösung, bis alles wieder in Ordnung ist. Genau das hat auch den Patienten in New York am besten geholfen. Intubieren und beatmen hingegen waren falsch und haben vielerorts Menschen umgebracht.

Der nigerianische Tote in Schweden

Mir war ein solcher Fall mit gleicher rätselhafter Symptomatik bekannt, der 2014 von schwedischen Pneumologen bei einem daran verstorbenen jungen Patienten aus Nigeria beschrieben worden war. Damals hatte man nach dem Tod einen Enzymmangel als mögliche Ursache vermutet und auch tatsächlich gefunden, der in vielen Regionen Afrikas bei 20 – 30% der Bevölkerung auftritt.

Es handelt sich um den sogenannten Glukose-6-Dehydrogenase-Mangel, oder „G6PD-Mangel“, eine der häufigsten genetischen Besonderheiten, die überwiegend bei Männern zu einer bedrohlichen Hämolyse (Auflösung von roten Blutkörperchen) führen kann, wenn bestimmte Medikamente oder Chemikalien eingenommen werden. Die Verbreitung dieses Mangels zeigt die folgende Karte (Quelle und Erläuterungen dazu hier).

Diese erbliche Eigenschaft ist vor allem bei Ethnien verbreitet, die in Gebieten mit Malaria leben. Das veränderte G6PD-Gen bietet in den Tropen Vorteile. Es macht ihre Träger resistent gegenüber Malariaerregern. G6PD-Mangel ist aber auch gefährlich, wenn die Betroffenen in Kontakt mit bestimmten Stoffen kommen, die sich zum Beispiel in Ackerbohnen, Johannisbeeren, Erbsen und einer Reihe von Medikamenten finden.

Hierzu gehören unter anderem Acetylsalicylsäure, Metamizol, Sulfonamide, Vitamin K, Naphthalin, Anilin, Malariamittel und Nitrofurane. Der G6PD-Mangel führt dann dazu, dass die biochemischen Prozesse in den roten Blutkörperchen gestört werden und – dosisabhängig – eine leichte bis lebensbedrohliche Hämolyse ausgelöst wird. Die Trümmer der zerplatzten Erythrozyten führen in der Folge zu Mikroembolien, durch welche überall in den Organen kleine Gefäße verstopfen. Was bei dem jungen Mann aus Nigeria die Krankheit und den Tod verursacht hatte, blieb damals unklar.

Eine erschreckende Entdeckung

Ich habe mir die Medikamente, die eine schwere Hämolyse bei G6PD-Mangel auslösen können, angesehen und einen großen Schreck bekommen. Eine der Substanzen, die bei allen Formen dieses Enzymmangels als sehr gefährlich genannt wird, ist das Anti-Malariamittel Hydroxychloroquin (HCQ).

Das ist aber gerade die Substanz, die schon seit 2003 von chinesischen Forschern in Wuhan gegen SARS empfohlen wurde. Von Wuhan aus kam HCQ mit dem Virus jetzt als eine der therapeutischen Möglichkeiten wieder zu uns und wurde als solche auch angenommen. Gleichzeitig wurde HCQ mit Unterstützung von WHO und anderen Agenturen als vielversprechendes Mittel gegen Covid-19 für weitere klinische Studien empfohlen.

Laut Berichten soll in Kamerun, Nigeria und weiteren afrikanischen Ländern die Produktion dieses Medikamentes gesteigert werden. Indien ist der größte Produzent von HCQ und exportiert dieses in 55 Länder. Werner Baumann, der Vorstandsvorsitzender der Bayer AG teilte Anfang April mit, dass „verschiedene Untersuchungen in Laboren und Kliniken“ erste Hinweise darauf geliefert hätten, dass Chloroquin zur Behandlung von Corona-Patienten geeignet sein könnte. Die Firma stellte daraufhin einige Millionen Tabletten zur Verfügung.

Weltweit gibt es inzwischen Hunderte von Studien unterschiedlicher Sponsoren, die geplant sind oder bereits laufen, bei denen HCQ allein oder gemeinsam mit weiteren Medikamenten eingesetzt wird. Als ich bei einigen großen Studien nachschaute, ob Patienten mit G6PD-Mangel ausgeschlossen werden, fand ich in den meisten Studienplänen keinen Hinweis darauf. In den USA etwa wird eine große multizentrische Studie mit 4.000 Probanden aus gesundem medizinischem Personal vorbereitet. Hier wird jedoch nur allgemein von „Überempfindlichkeit“ gesprochen, wie man es in Bezug auf allergische Reaktionen ja bei allen Medikamenten findet. Auch in einer Chloroquin/Hydroxychloroquin-Studie der Oxford University (NCT04303507) mit geplanten 40.000 Teilnehmern findet das Risiko bei G6PD-Mangel keine Erwähnung. In einer weiteren großen Studie des Pentagons allerdings gibt es die explizite Warnung, G6PD-Mangel-Patienten aus der Untersuchung auszuschließen.

Die folgende Grafik, die auf Informationen aus der WHO-Datenbank basiert, zeigt, wie viele Studien zu Covid-19 und HCQ initiert wurden – und wie wenige davon den Enzymmangel berücksichtigen.

Erwähnt werden meistens nur die kardialen Komplikationen von Chloroquin oder Hydroxychloroquin, die in Brasilien zum Abbruch einer Studie mit 11 Todesopfern von 81 Probanden geführt hatte. Es sieht aber so aus, als ob weltweit dieser weiteren schweren Nebenwirkung wenig Beachtung geschenkt wird. Hinzu kommt, dass wegen fehlender Alternativen schon seit Beginn des Jahres in vielen Ländern HCQ im Rahmen eines sogenannten „Compassionate Use“ („mitfühlender Gebrauch“) geduldet und massiv angewendet wird. Mit „Compassionate Use“ wird in der Medizin der Einsatz noch nicht zugelassener Medikamente in Notlagen bezeichnet.

Auffällige Häufungen

Während dieser Recherchen trafen immer mehr Ergebnisse über genauere Auswertungen der Todesfälle in besonders betroffenen Städten ein. In New York und anderen Städten der USA wurde gemeldet, das weit überwiegend „African Americans“ unter den Todesopfern waren – doppelt so viele, wie aufgrund des Bevölkerungsanteils zu erwarten wären.

Auch aus England, wo die Mortalitätsdaten von Euromomo seit Anfang April eine steigende Todesrate anzeigen, kam die Meldung, dass von etwa 2000 schwerer Erkrankten 35%, also doppelt so viel wie zu erwarten, aus ethnischen „Minoritäten“ stammten („black, Asian or other ethnic minority“), darunter auch Ärzte und medizinisches Personal.

Ein großes Ärztesterben in Italien bleibt dringend abklärungsbedürftig. Der Tod von etwa 150 Ärzten und nur wenigen Ärztinnen wird mit Covid-19 in Verbindung gebracht. Wenn auch bei vielen dieser Fälle das Alter eine Rolle gespielt haben kann, muss beachtet werden, dass auch für einige Regionen Italiens eine hohe Prävalenz des G6PD-Mangels beschrieben wird und dass in Italien bei bis zu 71% der mit PCR positiv Getesteten, sowie auch beim Personal, prophylaktisch sehr viel HCQ eingesetzt worden ist. Ähnliches gilt für Spanien. Unter den 15 ersten Covid-19-Toten in Schweden befanden sich 6 jüngere Migranten aus Somalia.

Tödliche Kombination

Somit lautet das erschreckende Ergebnis meiner Recherchen: Typische schwere Verläufe mit Hämolyse, Mikrothromben und Atemnot ohne typische Pneumonie-Zeichen treten dort vermehrt auf, wo zwei Faktoren zusammenkommen:

  • Viele Patienten mit Vorfahren aus Malaria-Ländern mit G6PD-Mangel
  • Prophylaktische oder therapeutische Anwendung von hochdosiertem HCQ

Genau das ist in Afrika zu erwarten und genau das ist bereits überall dort der Fall, wo es durch Migration einen großen Bevölkerungsanteil aus Malaria-Ländern gibt. Die folgende Grafik zeigt schematisch den Ablauf.

Städte wie New York, Chicago, New Orleans, London, oder auch Großstädte in Holland, Belgien, Spanien und Frankreich sind solche Zentren. Wenn in diesen Brennpunkten der Migration der Test breite Anwendung findet und erwartungsgemäß bei etwa 10 bis 20% der Bevölkerung positiv ausfällt, so werden auch viele Menschen aus den G6PD-Ländern darunter sein. Wenn diese dann, wie geplant, prophylaktisch oder im Rahmen eines „mitfühlenden“ Gebrauchs mit hochdosiertem HCQ behandelt werden, dann werden jene schweren Krankheitsbilder auch bei jungen Menschen hervorgerufen, wie wir sie von der Sensationspresse präsentiert bekommen haben, und die unsere Angst vor Covid-19 weiter wach halten.

Wie oft diese tödliche Kombination schon zu Opfern geführt hat, ist unbekannt. Es gibt bei den Verantwortlichen in der WHO und in den Regierungen bisher keine Diskussion des Themas. Auch unter Medizinern, welche die Verantwortung für die Behandlung von Covid-19 Patienten oder für das sie behandelnde Personal haben, fehlt das Wissen und das Verantwortungsbewusstsein in erschreckendem Maße.

Nochmals: Dieser Zusammenhang gilt nicht nur für Afrika, sondern auch für große Teile Asiens, Süd-und Mittelamerikas, Arabiens und den Mittelmeerraum.

Dabei haben die genannten Fälle mit einer Covid-19-Erkrankung gar nichts zu tun. Es reicht ein PCR-Testergebnis aus, welches zur prophylaktischen Verordnung von HCQ führt, um bei bis zu einem Drittel der so behandelten Menschen aus Risiko-Populationen schwere Krankheitsbilder hervorzurufen.

HCQ-Behandlung bei G6PD-Mangel ist ein gefährlicher Kunstfehler

Das ließe sich sofort abstellen, wenn alle behandelnden Ärzte weltweit über die Kontraindikation von HCQ aufgeklärt würden. Diese Aufklärung wird jedoch von der WHO, vom CDC, vom ECDC, von den chinesischen SARS-Spezialisten, von den Ärztekammern, von den Arzneimittelbehörden und von der Bundesregierung und ihren Beratern sträflich unterlassen. Das erscheint angesichts der laufenden Programme grob fahrlässig.

Es ist ein Kunstfehler, Menschen mit G6PD-Mangel mit hochdosierten Chloroquinderivaten oder anderen für sie bekanntermaßen gefährlichen Medikamenten zu behandeln. Unter dem WHO-Label “’Solidarity‘ clinical trial for COVID-19 treatments“ werden gesunde Menschen in überstürzter Eile genehmigten, lebensgefährlichen Experimenten ausgesetzt. Hunderte von klinischen Studien, meist wertlose Beobachtungsstudien mit parallelen Ansätzen laufen sehr oft auch mit HCQ als einer der Alternativen.

Die deutsche Arzneimittelgesetzgebung verbietet die Nutzung nicht zugelassener Medikamente, doch die Regierung fördert dies dennoch. Ein nicht validierter und nicht für diagnostische Zwecke zugelassener Test bietet den Vorwand für die Anwendung lebensgefährlicher Medikation – und das alles bei einer Infektionskrankheit, bei der es weiterhin keine Hinweise gibt, dass sie über das Risiko der alljährlichen Grippe gravierend hinausgehende Gefahren mit sich bringt.

Mit Vollgas in die Katastrophe

Die Gefahren dieser Epidemie werden mit Hilfe wissenschaftlicher Hochstapelei dargestellt. Ein ungeeigneter Test aus Berlin liefert den Vorwand für tödliche Maßnahmen in aller Welt. Die Folgen dieser Fehlleistungen führen in vielen Regionen zu Notfällen, die einer Seuche zugeschrieben werden. Dadurch entsteht eben jene Welle der Angst, auf der nun so viele aus Wirtschaft und Politik reiten und die unsere Grundrechte unter sich zu begraben droht.

Öffentlichkeit, Medien und Fachwelt scheinen sich kaum zu wundern, dass in New York und anderen Zentren mehr als doppelt so viele „African Americans“ sterben, wie wegen ihres Bevölkerungsanteils zu erwarten wäre. Auch in den Untersuchungen der Todesfälle in den USA und anderswo werden die durch G6PD-Mangel bestehenden Risiken nahezu immer ausgeblendet oder vergessen.

Wenn gefragte Virologen und andere Fachleute seit längerem ankündigen, dass es in Afrika eine Welle von Toten und schreckliche Zustände in den Städten geben wird, wissen sie dann um diese Zusammenhänge? Oder gibt es andere belegbare Gründe, die solche folgenreichen Prophezeiungen rechtfertigen? Schließlich: Sind das alles nur Themen für die Wissenschaft oder auch für Staatsanwaltschaften und Gerichte?

Dieser Artikel erscheint zeitgleich in mehreren Magazinen. Weitere Informationen und Grafiken dazu sind auf der Webseite des Autors zu finden.

Über den Autor: Dr. med. Wolfgang Wodarg, Jahrgang 1947, ist Internist und Lungenarzt, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowie für öffentliches Gesundheitswesen und Sozialmedizin. Nach seiner klinischen Tätigkeit als Internist war er unter anderem 13 Jahre Amtsarzt in Schleswig-Holstein, gleichzeitig Lehrbeauftragter an Universitäten und Fachhochschulen und Vorsitzender des Fachausschusses für gesundheitlichen Umweltschutz bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein; 1991 erhielt er ein DAAD-Stipendium für die Johns Hopkins University, Baltimore, USA (Epidemiologie).

Als Mitglied des Deutschen Bundestages von 1994 bis 2009 war er Initiator und Sprecher in der Enquête-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“, Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, dort Vorsitzender des Unterausschusses Gesundheit und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Bildung und Wissenschaft. 2009 initiierte er in Straßburg den Untersuchungsausschuss zur Rolle der WHO bei der H1N1 (Schweinegrippe) und war dort nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament als wissenschaftlicher Experte weiter beteiligt. Seit 2011 ist er als freier Hochschullehrer, Arzt und Gesundheitswissenschaftler tätig und war bis 2020 ehrenamtlich als Vorstandsmitglied und Arbeitsgruppenleiter Gesundheit bei Transparency International Deutschland engagiert.